10 Fragen rund um Personal Branding beantwortet

Was haben Oprah Winfrey, Beyoncé und Meryl Streep gemeinsam? Sie sind alle reich, ich weiß. Meine ich aber nicht. All diese Frauen verkörpern eine starke Personal Brand. Sie haben sich bewusst ein kraftvolles Image aufgebaut. Darauf bauen ihr Erfolg und ihre Popularität auf.

Und genau das kannst du auch. Dafür brauchst du nicht mal Hollywood. Personal Branding reicht. Aber was steckt eigentlich hinter diesem Begriff, über den gerade alle reden? Was ist dieses Personal Branding und brauchst du das jetzt auch?

Diese und weitere Fragen zu Personal Branding beantworte ich dir im Artikel. Viel Spaß damit.

1. Was ist Personal Branding?

Personal Branding bedeutet, bewusst zu steuern, wie du von anderen wahrgenommen wirst. Du überlässt deine Außenwirkung nicht mehr dem Zufall. Du bestimmst selbst, mit welchen Themen du assoziiert wirst und welche deiner Charaktereigenschaften du in der Öffentlichkeit betonst.

Als starke Personal Brand bist du klar positioniert und spricht regelmäßig über entsprechende Themen. Du stehst für bestimmte Werte und hast eine klare Haltung. Dabei ist deine Personenmarke kein reiner Selbstzweck. Sie dient dazu, die Menschen zu erreichen, mit denen du auf der gleichen Wellenlänge bist. Die entscheidenden Fragen, die deine Personal-Branding-Strategie beantworten sollte:

Wofür möchtest du langfristig stehen?
Wer möchtest du für andere sein?

2. Was gehört alles zu Personal Branding?

Schicke Farben, cooles Logo, Knallername. Fertig ist meine Personal Brand, oder etwa nicht?
Nicht ganz. Ein stimmiges Corporate Design macht leider noch keine erfolgreiche Brand. Es ist viel kompliz… ähm … komplexer. 😅

Das sind einige Elemente, die eine starke Personal Brand ausmachen:

  • eine knackige Positionierung
  • gut gepflegte Profile in Social Media
  • regelmäßiger Content
  • eine starke Community, die du dir aufbaust
  • eine emotionale Brandstory
  • Storytelling
  • Farben, Logo und Name
  • Kernbotschaften, die du immer wieder wiederholst
  • starke Werte
  • eine Brandvoice, die nach dir klingt
  • Ecken und Kanten = deine Persönlichkeit
  • und vieles mehr

3. Wozu Personal Branding?

Dein Markt wird voller, das Marketing deiner Mitbewerber*innen immer besser. Du bist längst nicht „the one and only“. Niemand kennt dich oder interessiert sich für dein Angebot. Noch nicht!

Der beste Weg, um das zu ändern und sich aus der Masse abzuheben, du ahnst es schon: Deine unwiderstehliche Persönlichkeit auspacken! Erzähl deine Geschichte(n), teile deine Erfahrungen, zeig Humor, lass andere an deinem wertvollen Wissen teilhaben. All das macht dir keine*r so schnell nach. Dafür wirst du unverwechselbar und ziehst Leute an, die in der gleichen Frequenz schwingen wie du.

Mit Personal Branding stillst du eine tiefe Sehnsucht, die wir alle in uns tragen: Die Sehnsucht, sich mit anderen zu verbinden. Dazuzugehören. Gesehen zu werden. Uns gut mit jemandem zu fühlen.

4. Brauche ich Personal Branding?

Kommt darauf an, was du anbietest. 😉 Nehmen wir mal an, du verkaufst einen diamantbesetzten Goldring. Ohne tolles Marketing geht hier zwar auch nix, aber das Produkt ist zumindest greifbar und spricht für sich. Der Stil, die Verarbeitung und die Materialien können blitzschnell überzeugen.

Was aber, wenn du kein Angebot zum Anfassen hast? Wenn dein Produkt „unsichtbar“ ist und erst während der Zusammenarbeit mit dir entsteht? Wenn quasi deine Fähigkeiten das Produkt sind, weil du zum Beispiel als Coach, Künstlerin, Berater oder Fotografin unterwegs bist.

Dann musst du für etwas werben, das erst mal nur in der Theorie existiert. Interessierte können nur schwer einschätzen, ob sie von dir genau das bekommen, was sie sich wirklich wünschen. Sie sind viel vorsichtiger mit ihrer Entscheidung. Denn sie wollen ihr Risiko kleinhalten und auf keinen Fall ihr Geld in den Sand setzen.

Deine Personenmarke entkräftet diese Bedenken. Durch Personal Branding kommunizierst du den Wert deiner Arbeit. Du baust Vertrauen auf, zeigst, was du draufhast und gibst Interessierten Einblicke in deine Arbeitsweise, damit sie sich mit einem guten Gefühl für dich entscheiden können. Das ist die besondere Kraft von Personal Branding. 🙂

5. Was sind die Vorteile von Personal Branding?

Mit einer durchdachten Personal-Branding-Strategie webst du deine einzigartige Persönlichkeit wie einen roten Faden durch ALLES in deinem Business. Du bist die Marke.

Der größte Vorteil daran: Du kannst unterschiedliche Angebote launchen und dich weiterentwickeln, ohne dass du jedes Mal wieder bei 0 anfangen musst. Deine Community kennt und feiert dich ja schon und findet es wahrscheinlich sogar aufregend, wie du immer weiter wächst.

Ein weiterer Pluspunkt: Du hast Klarheit darüber, wer du bist und sein möchtest. Du schweifst nicht mehr mit deinem Content ab. Du lässt den Bauchladen hinter dir. Alles, was du tust, zahlt auf deine Personal Brand und deine Themen ein. Das spart Energie, schenkt dir Fokus und bringt dich schneller und souveräner zu deinen Zielen.

6. In welchen Fällen ist Personal Branding nicht sinnvoll?

Tatsächlich gibt es Szenarien, in denen es sinnvoller ist, eine Corporate Brand, also eine ganz „normale Marke“ aufzubauen. Eine Marke, für die du eben nicht das Aushängeschild bist.

Personal Branding eignet sich zum Beispiel nicht, wenn du:

  • ein Angebot aufbauen willst, das auch unabhängig von dir funktioniert (z.B. wie Melanie Retzlaff von Business mit Struktur)
  • jetzt schon planst, dein Unternehmen oder deine Website/deinen Blog später zu verkaufen (wäre eher unpraktisch, wenn du dann das Gesicht der Marke bist oder eine wertvolle Website mit viel Traffic unter www.lauraluftikuss.de aufgebaut hast)
  • lieber hinter den Kulissen bleiben möchtest (es gibt auch andere Wege!)
  • gern ein Unternehmen hättest, das ohne dich als Schlüsselfigur läuft

7. Wie baue ich eine starke Personenmarke auf?

Grob gesagt, gibt es 5 Dinge, die du dafür tun kannst:

  1. Herausfinden, was dein Ding ist und worin du so richtig genial bist. (hallo Positionierung!)
  2. Dich stark inszenieren (Look und Feel deiner Marke gestalten).
  3. Content machen, der verbindet.
  4. Dein Netzwerk vergrößern.
  5. Biss haben und dran bleiben.

Meiner Erfahrung nach ist relevanter Content übrigens das Herzstück deiner Personenmarke. Wenn du als Marke wachsen willst, kommst du nicht drumherum, dich regelmäßig zu zeigen. Über Posts in LinkedIn, Blogartikel, deinen Newsletter, Podcastfolgen oder Video-Botschaften gibst du Menschen die Gelegenheit, noch mehr in deine Welt und dein Denken einzutauchen.

Du teilst deine Werte, deine Meinung, deine Persönlichkeit, deine Erfolge, deine Rückschläge, vielleicht sogar Haustiere oder schräge Hobbys – einfach alles, was dich großartig macht.

Das verbindet und schafft Nähe. Es sorgt dafür, dass sich dein Name und dein Gesicht in den Köpfen deiner Follower verankern. Personal Branding ist also nicht einmal erledigt, sondern work in progress. Eine starke Personal Brand ist das Resultat vieler Monate, manchmal sogar Jahre kontinuierlicher Arbeit.

Klingt aufwendig? Das ist wohl der Grund, warum viele Einzelunternehmer*innen das Handtuch werfen. Sie schaffen es nicht, sich und ihren Produkten genug Gehör zu verschaffen. Gras wächst halt nicht schneller, wenn man daran zieht. Wer als Personal Brand bekannt werden will, muss Geduld mitbringen.

Persönlichkeit hat jeder.
Eine starke Personal Brand nur Menschen, die nicht müde werden, sich regelmäßig zu zeigen.

8. Welche Nachteile gibt es?

Es ist ein Naturgesetz: Wer öffentlich im Netz Kante und Charakter zeigt, zieht früher oder später auch Kritiker, Neider und andere Konsorten an. Verletzende Kritik, ungewünschte Ratschläge und Belästigung sind Phänomene, mit denen du irgendwann konfrontiert wirst. Genau dafür gibt’s aber auch die Blockierfunktion. Denn deine Energie gebührt deiner Community, die du inspirierst und bereicherst, nicht irgendwelchen Netznörglern und Anti-Fans.

Dazu kann der Aufbau deiner Personal Brand, wie schon erwähnt, wahnsinnig zeitaufwendig sein. Denn Personal Branding ist eine Langzeitstrategie. Der finanzielle Erfolg kommt nicht übermorgen. Ziel ist nicht, dein Angebot so schnell und so oft wie möglich zu verkaufen. Sondern eine Verbindung und Vertrauen zu deiner Community aufzubauen, was das Verkaufen langfristig für dich erleichtert.

9. Wie lange dauert es, bis ich als Personenmarke bekannt bin?

Die Pauschalantwort: Wahrscheinlich länger als dir lieb ist. 😅 Das hängt ganz von deinem Einsatz und deinen Ressourcen ab. Wie viel Energie steckst du in deinen Markenaufbau?

Postest du jeden Tag?
Machst du Live-Formate?
Baust du dein Netzwerk aktiv aus?
Ist wirklich glasklar, was du anbietest?
Schaffst du es, Vertrauen zu wecken und zu unterhalten?
Nimmst du all deine Chancen wahr, noch mehr gesehen zu werden?

Allein mit Reichweite gewinnst du natürlich keinen Blumentopf. Viel wichtiger als Kontakte und Followerzahlen ist, ob sich auch dein Kontostand nach oben bewegt.

Erwarte besser keine schnellen Sprünge. Es dauert, bis Menschen mit dir und deinem Angebot warm werden. Manchmal steigt ihr Bedarf auch erst mit der Zeit.

10. Kann ich mein Personal Branding auch abgeben?

Halte ich für schwierig. Unterstützung holen, unbedingt! Expertise aus den Bereichen Brandstrategie, Branddesign, Content-Planung, Fotografie und Copywriting hilft dir besonders anfangs ungemein.

Dein Personal Branding komplett aus der Hand geben, finde ich unrealistisch. Denn du willst ja Nähe und Vertrauen aufbauen und dich authentisch zeigen, damit Menschen sich mit dir verbinden können. Wie soll das gehen, wenn du deine Posts von einem Ghostwriter schreiben lässt, der nicht in deinen Schuhen steckt (du kannst mich gern eines Besseren belehren)? Davon abgesehen, kannst du Podcasts, Bühnenauftritte oder Videos natürlich an niemanden delegieren, außer vielleicht an deinen eineiigen Zwilling. 😃

Deine Stimme, dein Gesicht, deine Erfahrungen und deine Energie prägen deine Personal Brand. Du bist für den Aufbau deiner Marke unersetzlich. Trotzdem musst du nicht permanent rotieren, um sichtbar zu sein.

Plane Content-Creation-Tage ein, an denen du zum Beispiel mehrere Videos für die nächsten Wochen abdrehst oder Posts in einem Rutsch schreibst. Engagiere Menschen, die für deine Podcastfolgen oder Blogposts die Recherchearbeit übernehmen, deine Videos schneiden, Content einpflegen und für Social Media in ein ansprechendes Design packen. Verwende Posts, die gut gelaufen sind, ein paar Wochen oder Monate später wieder – das nennt sich Content-Recycling.

Es gibt viele Wege, damit dein Markenaufbau nicht zum Zeitfresser wird und du motiviert bist, dranzubleiben.

Suchst du eine Brandingkomplizin, die dich unterstützt, Klarheit zu finden, eine stimmige Strategie auszuhecken und dein Copywriting on point zu bringen? Et voilà, c’est moi. Im Brandcoaching legen wir gemeinsam die Grundlagen für deine starke Personenmarke, damit deine Wunschkund*innen bald nicht mehr an dir vorbeikommen. 😉

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