Bullet Journaling – In kleinen Schritten zu großen Zielen

Nachdem ich mir brav zum Ende des letzten Jahres einen Planer fürs Jahr 2019 gekauft hatte, lauschte ich Laura Seilers Podcast-Folge „Wie du Ordnung in deine Gedanken und Gefühle bringst“. Ihr Interviewgast war diesmal Ryder Carroll, Urheber der Bullet-Journal-Methode.

Bis dato hatte ich keine Ahnung vom Bullet Journaling. Bildern nach zu urteilen musste es eine Mischung aus Kalender und ambitioniertem Kunstprojekt sein.

Die Podcast-Folge belehrte mich eines Besseren. Ich erfuhr, dass die Sache System hat. Ein sehr überzeugendes sogar. Ich war sofort Feuer und Flamme.

Seit 7 Monaten sind mein Bullet Journal und ich unzertrennlich.

Die Erfahrungen, die ich im Eigentest machen durfte, möchte ich hier mit dir teilen. Du erfährst, wie ein Bullet Journal – kurz BuJo – aufgebaut ist, wie das System funktioniert und warum es so wertvoll für deine persönliche Entwicklung ist.

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Was ist ein Bullet Journal

Kurz gesagt, dein Bullet Journal ist das, was du daraus machst. Ein leeres Notizbuch, ein Stift und Ideen, wie du dein BuJo für dich arbeiten lässt, machen das ganze aus. 

Das ursprünglich von Ryder Carroll erdachte System dient als Kalender, To-do-Liste, Tagebuch und Notizbuch. Die Methode hilft dir, Ordnung in deinen komplexen Alltag zu bekommen und Notizen so zu ordnen, dass du auch in einigen Jahren noch darauf zurückgreifen kannst. Außerdem lernst du, dich jeden Tag neu mit deinen Zielen zu verbinden und achtsam mit dir selbst umzugehen.

Der Aufbau des Bullet Journals

Bereits vor dem Bullet Journaling habe ich meine Planung und Notizen auf Papier gemacht. Dabei fand ich es immer mühsam, einen Jahresplaner zu finden, der zu mir passt. Intensiv genutzt habe ich Terminkalender nie und im Nachhinein glaube ich, dass die Misere immer schon mit dem Layout begann.

Einerseits war mir der Überblick wichtig, anderseits luden mich die schmalen Spalten nie dazu ein, ausufernde Notizen zu machen. Die kamen dann losgelöst von den Tagen in ein anderes Notizbuch. Übersichtlich war das nicht. 

„Wir formen unsere Werkzeuge, und dann formen die Werkzeuge uns.“

Marshall McLuhan

Das BuJo hingegen passe ich an meine Bedürfnisse an. Ich nehme mir so viel Platz für Notizen, wie ich brauche und schaffe geeignete Strukturen, um Dinge zu dokumentieren, die mir wichtig sind. Kernelemente der Methode möchte ich dir kurz vorstellen.

Future Log – Jahresüberblick 

Klingt nach Science Fiction, ist aber schlicht eine Jahresübersicht, in der du feste Termine wie Events, Hochzeiten, Geburtstage, Urlaube etc. eintragen kannst. Im Laufe des Jahres komme ich immer wieder darauf zurück.

Monthly Log – Ziele und Termine auf einen Blick 

In der Monatsübersicht hältst du Aufgaben, Termine und Ziele fest, die für den Monat anstehen. Mir hilft der Monthly Log, mich auf den beginnenden Monat einzustimmen und abzuschätzen, was ich zeitlich wirklich schaffen kann.

Daily Log – Dein täglicher Begleiter

Die täglichen To-dos und Notizen sind das Herzstück des BuJos. Statt an deinem Aufgabenberg zu verzweifeln, pickst du dir konkrete Herausforderungen heraus, die du genau an diesem Tag erledigen wirst. Die notierst du im Daily Log. Das hilft dir, fokussierter zu arbeiten und motiviert zu bleiben. Denn mit jeder Aufgabe, die du abhakst, kannst du einen kleinen Erfolg verbuchen.

Gleichzeitig ist dein Daily Log Auffangbecken für spontane Ideen, Eindrücke und Gefühle. Ade, Klebezettel!

Collections – Informationen, die zusammengehören

In sogenannten Collections kannst du Ideen sammeln, Gewohnheiten tracken oder To-dos systematisch zusammenfassen.

Beispiel Urlaubsplanung. Vermutlich sausen dir dazu 1000 Fragen im Kopf herum. Statt deine Gedanken dazu immer wieder neu zu wälzen, kannst du einmal die Ärmel hochkrempeln und alle anstehenden Aufgaben in einer Themensammlung sinnvoll ordnen:

  • Was muss mindestens 2 Monate im Voraus erledigt werden? (Visa, Impfungen, Flug buchen, Auto in der Werkstatt checken lassen, Mietwagen und Hotel buchen etc.)
  • Gibt es größere Anschaffungen für die Reise? (Zelt, Surfboard, passende Klamotten, Sonnenbrille)
  • Was sollte ich einpacken?
  • Wer kümmert sich um meine Pflanzen und nimmt die Post entgegen?
  • Was will ich vor Ort unbedingt erleben? (Events buchen, Routen planen)

Deine Urlaubscollection ist wie ein Spickzettel. Du musst dir nicht jedes Detail merken, du kannst es nachschauen.

Da jeder Urlaub ähnlich abläuft – du reist, packst, benötigst eine Unterkunft, willst was erleben –, kannst du aus deiner Urlaubsplanung schnell eine Checkliste für alle weiteren Reisen ableiten. Der Tag, an dem du dich riesig über deine Vorarbeit freuen wirst, kommt garantiert.

Weitere Verwendungsmöglichkeiten für Collections:

Mood Tracker // Habit Tracker // Leseliste // Zykluskontrolle für NFP // Mahlzeitenplanung // Einkaufsliste // Dankbarkeitslog // Haushaltsbuch // Themen- und Redaktionspläne // Jahresziele // Medikamenteneinnahme // Krankheitsverläufe // Flüssigkeitstracker // Wunschlisten // Lernerfolge // Affirmationen //

Key

Der Key ist eine Art Legende, mit der du für dich markierst, worum es sich bei einer Notiz handelt. Das hilft dir vor allen Dingen später beim Überfliegen, Notizen schneller zu finden.

Index

Dein Inhaltsverzeichnis, damit du wichtige Notizen auch Jahre später schnell wiederfindest. 

In kleinen Schritten deine Ziele erreichen

Was mich besonders begeistert und schnell davon überzeugt hat, mit einem eigenen Bullet Journal ins Jahr 2019 zu starten, war die „Kunst, ein absichtsvolles Leben zu führen“, von der Ryder Carroll in seinem Buch „Die Bullet-Journal-Methode: Verstehe deine Vergangenheit, ordne deine Gegenwart, gestalte deine Zukunft“ spricht. Weg von Anforderungen, die andere an mich stellen. Weg von der E-Mail-Flut. Weg von 1000 Versuchungen und Ablenkungen. 

Stattdessen geht es darum, mich jeden Tag aufs Neue darauf zu fokussieren, was ich schon heute tun kann, um mein Leben in 5 Jahren besser zu machen. Oder was morgen auf meiner To-do-Liste stehen sollte, damit der Tag besser wird als der heutige. 

Das kann etwas ganz kleines sein. Die 10-Minuten-Meditation oder der kurze Spaziergang, um den Tag freudig zu begrüßen. 

Als Selbstständige hat mich auch begeistert, dass private Ziele und berufliche Aufgaben nebeneinander stehen. Denn den nächsten Roman lesen, den Spaziergang machen oder am Abend zeichnen habe ich vorher nie als Aufgaben betrachtet. Eher als vage Wünsche, die hintenanstehen, wenn das Business ruft. 

Falls du selbstständig bist, weißt du bestimmt, dass es ein ungesunder Ansatz ist, Freizeit und Freunde immer an die zweite Stelle zu setzen. 

Mein BuJo-Alltag

Täglich

Mindestens zweimal am Tag, morgens und abends, setze ich mich an mein BuJo. Am Abend überprüfe ich, was ich geschafft habe oder notiere, warum der Tag anders verlaufen ist als geplant. Meistens wird tagsüber auch schon klar, welche berührenden Erlebnisse oder Konflikte ich abends stichpunktartig in meinem BuJo festhalte. Manchmal sind es nur 2, 3 Sätze, an erlebnisreichen Tagen gerne 2 Seiten. Nicht immer habe ich Lust darauf, am Abend noch Energie in mein BuJo zu investieren. Aber wenn mir Erkenntnisse oder Beobachtungen wichtig sind, dann mache ich das zur Priorität. 

Bei meinen Notizen halte ich mich so kurz und präzise wie möglich, damit ich später gut mit ihnen arbeiten kann.

Am Abend plane ich auch meine To-dos für den nächsten Tag.

Morgens fange ich an, meine Aufgaben abzuarbeiten und habe mein Journal immer in Reichweite. Tagsüber notiere ich mir Ideen, die ich für mein Business umsetzen will. 

Meistens trage ich mein Journal auch unterwegs mit mir, damit mir keine Inspiration durch die Lappen geht. 

Meine Collections und ich

Habit Tracker, Mood Tracker und ich – wir haben es miteinander versucht. „Mein Jahr in Pixeln“ zum Beispiel hielt ich gerade 2 Monate durch. Davon abgekommen bin ich, weil ich es ständig vergessen habe und es mir schwerfiel, jedem Tag nur ein Gefühl zuzuordnen.

Collections müssen mir dienen. Sie sollen helfen, etwas im Rückblick zu verstehen, Abläufe zu optimieren, wichtige Informationen zu dokumentieren oder Ideen an einem Ort zu sammeln. Sobald mir der Sinn dahinter fehlt, lass ich’s. 

Collections, die ich regelmäßig nutze und pflege, sind übrigens: Ausgelesen 2019, Themenpläne für Blog und Social Media und Ideen für Content-Formate. Einige weitere Sammlungen unterstützen mich bei meiner Online-Marketing-Strategie. Das ist nicht viel, mir im Moment aber absolut ausreichend. 

Zwei Gestaltungstipps am Rande: 

• Am Anfang wollte ich Platz auf dem Papier sparen. Deswegen sehen meine ersten Daily Logs auch sehr gequetscht aus, kein schöner Anblick. Mittlerweile lasse ich an den Seiten Ränder und zwischen den einzelnen Daily Logs ausreichend Abstand stehen. Dadurch wirken meine Notizen gleich viel ansehnlicher. 

• Ich habe mir angewöhnt, neue Designs erst mit dem neuen Monat auszuprobieren. Das sorgt für Konsistenz und trainiert gelassen zu bleiben, wenn etwas mal wieder nicht perfekt aussieht. 

Monatlich

Mein Monthly Log gestalte ich immer am Anfang des Monats auf einer Doppelseite, stark angelehnt an Ryder Carrolls simples Layout. Links notiere ich Daten und Wochentage, daneben feste Termine. Rechts davon ist meine Fokusseite. Dort lege ich mir meine Aufgaben für den Monat fest, beruflich wie privat. Außerdem fühle ich in mich hinein und überlege mir ein Mantra, das mich den Monat über begleiten soll. Momentan lautet es: „Start before you are ready!“

Am Ende jeden Monats schreibe ich einen Rückblick. Dafür gehe ich meine Daily Logs des Monats durch, reflektiere, was gut lief, warum ich etwas nicht geschafft habe und wie es mir gesundheitlich ging. 

Das Ganze hat System: Wie alle Logs zusammenwirken

Außerdem dokumentiere ich in meinem Monthly Log, was ich wann getan habe. Es hilft mir also zu planen und gleichzeitig zu dokumentieren.

Planungsfreaks könnte irritieren, dass offen bleibt, was morgen kommt. Ich bin mir sicher, dass es einige aus ihrer Komfortzone schleudert, wenn im Planer nach dem heutigen Tag gähnende Leere herrscht. Dabei geht im BuJo nichts verloren. 

Wenn ich beispielsweise einen Zahnarzttermin in 3 Monaten habe, notiere ich ihn zuerst an dem Tag, an dem ich ihn vereinbare und übertrage ihn danach in mein Future Log.

Wenn ich den besagten Monat plane, checke ich als erstes mein Future Log, um schon vorhandene Termine zu übertragen. 

Die unterschiedlichen Logs füttern sich also gegenseitig mit Informationen.

Genial, oder?

Was ich durch das Bullet Journaling gelernt habe

Ich oute mich jetzt. Einerseits liebe ich es, Strategien auszutüfteln, andererseits verdirbt mir pedantisches Planen schnell den Spaß an meinen Aufgaben. 

Mit dem Bullet Journal habe ich ein Tool entdeckt, mit dem mir Planen federleicht fällt. Weil ich es so gestalte und nutze, wie es mir dient. Und nie denke: „Ich muss mich ja leider schließlich irgendwie organisieren … “ Nö, ich führe mein BuJo leidenschaftlich gerne und bin gespannt, auf welche Weisheiten es mich in Zukunft stoßen wird. 

Schon jetzt hat es mir eine Menge gezeigt:

1. Den Kopf frei kriegen

Seitdem ich es führe, fühle ich mich weniger getrieben. Meine Gedanken und selbst die kleinsten Aufgaben niederzuschreiben entlastet meinen Kopf. Vielleicht kennst du das auch, dass dich scheinbar banale Aufgaben den ganzen Tag über begleiten. Du denkst daran, später den Knopf an der Bluse anzunähen. Du erinnerst dich immer wieder daran, morgen diesen Brief zur Post zu bringen. Gleichzeitig glaubst du, diese Aufgaben seien pillepalle und den Aufwand, sie zu notieren, kaum wert. 

Aber wie viel Lebensenergie verlierst du an diese wiederkehrenden Gedanken? Eben.

An mein BuJo werde ich alles los, was mir wichtig ist, was ich fühle, denke, erlebe und manchmal eben auch, was getan werden muss und unnötigerweise meine Aufmerksamkeit frisst. 

Damit ich meine Energie wichtigen Aufgaben widmen kann, anstatt sie in alle Winde zu zerstreuen.

Dadurch schafft mein BuJo Ruhe in meinem Kopf. Gibt mir die Gewissheit, alles im Griff zu haben. 

2. Ich bin die Gestalterin meines Lebens

Was ist ein Bullet Journal? Ein Kalender? Notizbuch? Ideenspeicher? Produktivitätsbooster? Malbuch? Am schlüssigsten klingt für mich: Es ist eine Art ans Leben heranzutreten. Anpackend und zuversichtlich.

Im Bullet Journal manifestiere ich meine Ziele und Ideen, indem ich sie aufschreibe. In einer Form, die zu mir passt. Begrenzt wird mein Tatendrang mehr durch blockierende Glaubenssätze als durch die Seitenränder. 

Weil in der Praxis des BuJos jeder Tag mit einer leeren Seite beginnt, verinnerliche ich auch in meinem Kopf, wie viel Potenzial in mir und in meinem Leben steckt. 

Wahnsinn, wie viel Freiheit ein leeres Notizbuch lehren kann.

3. Routinen etablieren und durchbrechen

Habit Tracker sind großartig, um Routinen zu etablieren. Dinge wie gesund essen, No-Spend-Days einlegen, jeden Tag Sport treiben, ausreichend trinken oder mindestens 50 Seiten am Tag lesen. Alles noble Ziele. Bei mir will der Funke dafür aber nicht recht überspringen. 

Ob mein Yoga-Pensum ausreicht, ich genug trinke oder mal wieder einen Salat essen sollte, das nehme ich in der Regel sehr gut wahr. Ich will auch nicht zählen, wie viele Schritte oder Kilometer ich am Tag zurücklege. Oder kontrollieren, wie oft ich meine Wohnung putze. Weder ziehe ich einen Mehrwert aus diesen gesammelten Daten, noch bin ich motivierter, etwas durchzuziehen, nur weil ich eine Tabelle dafür angelegt habe.

So geht’s mir jedenfalls bisher. 

Aus individuellen Notizen schöpfe ich viel mehr. Zum Beispiel, welche Routinen und Ticks ich durchbrechen sollte. 

4. Freizeit ist genauso sinnvoll wie Arbeit

Durchs tägliche Bullet Journaling habe ich gelernt, banale Aufgaben mehr wertzuschätzen. Früher habe ich den Einkauf im Supermarkt, die Hausarbeit oder das Besorgen von Geschenken gar nicht auf meinem mentalen Energiekonto verbucht. Das musste nebenbei laufen. 

Mittlerweile verstehe ich, dass solche Aufgaben mein Leben genauso füllen und erfüllen wie Aufträge abzuarbeiten oder an meinem Marketing zu tüfteln. Spätestens wenn ich hungrig den leeren Kühlschrank öffne, wird Food Shopping zur Nummer 1 auf meiner To-do-Liste.

5. Keine Zeit fürs Journaling – ein Warnsignal

Gestresste behaupten oft, sie hätten keine Zeit fürs Bullet Journaling. Ist mir auch schon passiert. Sogar ein paar Tage hab ich schon ausgelassen. 

Mein BuJo kostet mich nur 20 Minuten am Tag, selten mehr. Um mich klug zu organisieren, ein paar Momente innezuhalten und wenige kurze Notizen zu machen. Die Zeit habe ich nicht? Im Ernst? 

Für mich selbst deute ich das als Warnsignal. Überforderung droht. Ein bisschen kurzsichtig ist es auch. Denn gerade die viertel Stunde Schreibpraxis kann mir helfen, Zeit zu sparen oder Ideen aus den Erlebnissen des Tages heraus zu entwickeln. 

Für wen sich Bullet Journaling eignet

In meinen Augen ist die Bullet-Journal-Methode der effektivste Weg, um persönlich zu wachsen. Du wirst Muster in deinem Leben entdecken, die sich erst durch das Schreiben und das nachträgliche Sichten deiner Notizen offenbaren. Erst wenn du weißt, wo du stehst, kannst du loslaufen, um dein Leben zu verändern. 

Vorausgesetzt – Achtung Knackpunkt – du lässt dich auf dieses Abenteuer ein. Ob du extrovertiert oder introvertiert, eher spirituell oder sehr rational bist, noch zur Schule gehst oder schon pensioniert bist, ist nebensächlich. Bullet Journaling hilft jedem.

Dazu kostet es nur ein paar Notizhefte und Stifte sowie jeden Tag ein bisschen Zeit. 

Wem die Bullet-Journal-Methode besonders hilft

Trotzdem glaube ich, dass die Bullet-Journal-Methode bestimmten Menschen besonders entgegenkommt. 

Kreativen Freigeistern, die es lieben zu gestalten, aber starre Planungstools hassen, zum Beispiel. Mit dem BuJo macht Planen nämlich richtig Freude. Denn du gestaltest deine Vorlagen selbst. Kannst mit Zeichnungen und Collagen arbeiten und Geistesblitze in passenden Collections systematisch ordnen.

Auch Menschen, die schnell von ihren Sinneseindrücken überfordert sind – konkrete Labels spare ich mir hier bewusst –, profitieren besonders von der Methode. Ryder Carroll hatte als Kind und Jugendlicher selbst Mühe, sich auf eine Sache zu konzentrieren. Das war auch sein Anstoß, Schritt für Schritt ein Tool zu entwickeln, das ihm hilft, sich zu fokussieren. Was daraus geworden ist, siehst du hier.

Worauf du bei der Wahl des Notizbuches achten kannst

Hast du Lust bekommen, ein BuJo zu gestalten? Zum Starten brauchst du nichts weiter als ein Notizbuch und einen Stift. Im Netz findest du eine Menge Reviews zu unterschiedlichen Notizbüchern und geeigneten Stiften. Wenn du auch so ein Schreibwarenjunkie bist wie ich, dann wirst du deine wahre Freude beim Recherchieren und Aussuchen haben. Für die Wahl deiner Schreibutensilien empfehle ich …

… auf ein Bullet Journal zu setzen, dass schön und robust ist – beachte die Qualität der Bindung –, da du es jeden Tag mehrmals in die Hand nehmen und sicherlich auch unterwegs dabei haben wirst. Stifte, die nicht schmieren oder extrem durchdrücken, sowie ein gutes Schreibgefühl haben, sind außerdem von Vorteil. 

Mein BuJo-Equipment

Mein erstes Bullet Journal war von Nuuna, bestand aus 120g-Papier mit einem punktkarierten Raster von 3 mm. Momentan nutze ich ein Notizbuch von LEUCHTTURM1917 aus der Sonderedition „100 Jahre Bauhaus“. Der Look hat es mir angetan, auch wenn ich skeptisch war wegen der Papierstärke von nur 80g/m². Fazit: Die Stifte scheinen ein bisschen durch und gerade das gefällt mir. Das Punktraster von 5 mm ist eine echte Arbeitserleichterung. Denn ich kann jede Zeile zum Schreiben nutzen und muss nicht wie beim alten BuJo Abstände jedes Mal aufs Neue auszählen.

Für alles, was ich hervorheben will – Überschriften, Datum, Wochentag, Trennlinien –, benutze ich meinen Tombow Calligraphy Pen mit weicher Spitze. Für meine Notizen verwende ich den wasserfesten (!) Staedtler Pigment Liner in der Stärke 0,3 mm oder das Pendant von Boesner. Dazu nutze ich für Akzente wie graue Schatten oder farbige Unterstreichungen Brush Pens von Koi und Toki. Zusätzlich habe ich immer eine Korrekturflüssigkeit dabei, mit der ich überpinsle, wenn ich mich verschrieben habe. 

Einen Bleistift hab ich bei meinen allerersten Versuchen genutzt, bei denen ich noch alles perfekt machen wollte. Jetzt überwiegt aber der Pragmatismus. Mein BuJo soll mir das Leben leichter machen. Deswegen tue ich nur das, was mir hilft oder Spaß macht. Für Vorzeichnungen fehlen mir die Zeit und die Lust. 

Ideen aus der Community

Im Netz wirst du noch zig Inspirationen für dein BuJo finden. Besonders auf Pinterest und YouTube tummeln sich kreative Bullet Journaler. Um einen Eindruck zu gewinnen, wie du ein BuJo gestalten kannst, schau dir doch gerne das Flip Through von Boho Berry an. Für die Basics kann ich dir auch empfehlen, in Ryder Carrolls Buch über die Bullet-Journal-Methode reinzulesen. Darin erklärt er sein System im Detail und teilt spannende Erfahrungsberichte von sich und aus der BuJo-Community. 

Dein Leben, dein Bullet Journal

Die Community hat Ryders Methode übrigens rege weiterentwickelt. Viele Bullet Journaler machen aus schnöden Notizbüchern kleine Kunstwerke mit aufwendigen Zeichnungen, Handlettering oder anderen künstlerischen Techniken. Lass dich nicht davon einschüchtern! Gestalte dein BuJo so, wie es am besten zu dir und deinen Bedürfnissen passt. 

Übrigens: Es gibt keine Regel, die sagt, was in dein BuJo gehört und was nicht. Ich zum Beispiel halte darin nur meine Planung, Strategien und tagebuchartigen Einträge fest. Inhaltliche Notizen zu Büchern, Blogartikeln oder Vorträgen schreibe ich in gesonderte Notizbücher. 

Falls du Unternehmer bist oder privat viele Termine hast, kann es sinnvoll sein, dein Bullet Journal in Kombination mit einem digitalen Terminkalender zu führen. 

Ganz auf die Daily Logs verzichten würde ich allerdings nicht. Warum? Weil die täglich festgehaltenen Beobachtungen und Erlebnisse unheimlich wertvoll sind. Isoliert betrachtet wirken sie vielleicht unbedeutend. Erst zusammen entfalten sie ihre Schlagkraft und helfen dir, persönlich zu wachsen und Zusammenhänge in deinem Leben zu verstehen.

Bullet Journaling als Selbsterfahrung

Was ein Bullet Journal kann, ist kaum in 2, 3 Sätzen gesagt. Ich habe 300 Sätze gebraucht! Weil ich glühende Anwenderin bin und daran glaube, dass ein Leben mit Bullet Journal schöner ist als eins ohne. In unruhigen Zeiten hilft es dir, bei dir selbst zu bleiben. Es macht Spaß. Es schenkt dir langfristig viele Erkenntnisse. Du füllst es mit Leben und es erfüllt dein Leben. Dann gibt es noch etwas, das ich nicht beschreiben kann. Ein Gefühl. Das musst du für dich selbst herausfinden. 

Falls du schon ein BuJo führst oder Fragen dazu hast, hinterlasse mir gerne einen Kommentar.

Ein Kommentar

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#SchreibenüberdasSchreiben – Die Liste zur Blogparade | Stephanie MüllerAntworten
9. Juli 2019 um 7:18 am

[…] Elise – Bullet Journaling – In kleinen Schritten zu großen Zielen […]

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