Wie schaffe ich Content mit Mehrwert?

Content mit Mehrwert schaffen – Impulse

Um Googles Suchalgorithmus und schließlich auch Nutzer*innen zu gefallen, produzieren wir immer ausführlicheren, hilfreicheren und besseren Content. Tendenziell scheinen wir Mehrwert über die Menge gut aufbereiteter Informationen zu definieren. Je mehr Fakten, umso besser. Das Konzept des Skyscraper Content treibt diesen Anspruch wortwörtlich in die Höhe.

Aber wird ein Thema besser, umso mehr Menschen sich damit beschäftigen?
Fühlst du dich als Blogger*in oder Content Creator wohl mit diesem Konzept?
Oder bist du wie ich ein bisschen müde von der einseitigen Informationsflut und fragst dich, ob Mehrwert auch andere Gesichter haben kann?
Und was bedeutet Mehrwert schaffen eigentlich?

Im Artikel gebe ich dir Anregungen, wie du wertvollen und spannenden Content für deine Leser*innen schaffen kannst – auch abseits von nützlichen Fakten und Ratschlägen. Denn gute Inhalte müssen nicht immer Ratgeberartikel mit schwindelerregender Informationsdichte sein. 😃

Ausgangspunkt für alle Überlegungen ist die Frage: Wo kann ich ansetzen, wenn ich wertvollen Content schaffen will?

Agenda Surfing – Bewährte Themen aufgreifen

Besonders wenn du deinen Blog, YouTube-Channel oder Podcast gerade erst startest, kann es eine Erleichterung sein, dich an der allgemeinen Stimmung in deiner Branche zu orientieren. Beim Agenda Surfing beziehst du dich mit deinem Content auf Themen, die gerade in aller Munde sind. Das ist ein sinnvoller Ausgangspunkt, wenn es dir an eigenen Erfahrungen mangelt und du gerade erst beginnst, dich in ein Thema einzuarbeiten.

Der große Vorteil bei Agenda Surfing: Du sparst dir Überzeugungsarbeit, da das Thema bereits erfolgreich am Publikum getestet wurde. Offenbar ist es interessant und relevant genug, um Leser*innen zu begeistern. Ein Nachteil: Du zeigst nur wenig Profil und hebst dich dadurch kaum von anderen Content Creator ab.

Mehrwert schaffen geht auch anders

Nur immer auf die anderen zu schielen und sich an erprobte Inhalte zu halten, ist ein guter Anfang für eine Content-Strategie. Denn meiner Erfahrung nach kostet es eine Menge Zeit, den eigenen Stil, eine Stimme und individuelle Content-Strategie zu entwickeln. Zwar steht der Nutzer im Mittelpunkt, trotzdem musst auch du dich mit deinem Content wohlfühlen.

Langfristig reicht es meiner Meinung nicht, fremden Content zu analysieren und sich am Feedback der Leser zu orientieren. Das ist nur die halbe Miete. Als Expert*innen ist es auch unsere Aufgabe, einen Schritt vorauszudenken.

1. Mehrwert schaffen durch Agenda Setting

Ob wir als Blogger*innen und Content Creator aus den vielen Themen, die uns im Kopf herumschwirren, wertvolle Inhalte machen, ist vor allem eine persönliche und professionelle (!) Entscheidung.

„Wenn ich die Menschen gefragt hätte, was sie wollen, hätten sie gesagt: schnellere Pferde.“

Henry Ford

Wenn Henry Ford als Blogger unter uns wäre, würde er sicher sagen: Es ist ein grober Fehler, sich ausschließlich an den Wünschen und Bedürfnissen der Leser*innen zu orientieren. Denn du bist Expert*in in deinem Gebiet und deswegen verantwortlich dafür, deine Leser*innen für neue Diskurse zu sensibilisieren.

Als Expert*in solltest du für Themen einstehen, die in deinen Augen sichtbarer und relevanter sein sollten – selbst wenn niemand danach fragt. Trau dich, Content zu schaffen, der überrascht, manche vielleicht auch empört. Statt nur auf bewährte Themen zu setzen, suche und fülle die Leerstellen. Hör auf deine Intuition und vertraue deinem Erfahrungsschatz. Dann wirst du auch einschätzen können, wann die Zeit für ein bestimmtes Thema reif ist. Diesen Ansatz nennt man Agenda Setting.

2. Online-Content offline denken

Was macht dein Leben reicher? Woraus schöpfst du Energie? Trockene Fakten und hilfreiche Informationen machen sicher nur einen Bruchteil deines Lebens aus, oder?

Es sind doch vielmehr schöne Erlebnisse, die uns durch den Alltag tragen. Wir freuen uns, Zeit mit unseren Herzensmenschen zu verbringen und in Gesprächen voneinander zu lernen. Wir tauschen Erfahrungen aus und lachen miteinander. Das sind Dinge, die unser Leben wertvoll machen. Mehrwert im Real Life sozusagen.

Ich behaupte, dass wir auch als Leser*innen im Web mehr suchen als nützliche Informationen. Dass wir uns im Netz genauso nach Zugehörigkeit sehnen, uns emotional verbinden möchten und echtes Interesse am Leben anderer haben.

Deshalb finde ich, wir sollten Mehrwert im Content-Marketing mehr offline denken.

Was das genau heißt? Sich locker machen und nahbar sein. Mehr Persönlichkeit und öfter einen Blick hinter die Kulissen des Unternehmens zeigen. Begreifen, dass der perfekte Markenauftritt umso perfekter ist, wenn wir zu unseren Schwächen stehen und unseren Fans und Followern gegenüber Verantwortung zeigen. Auch mal sagen: „Ups, da ist was schiefgelaufen, es tut uns leid. Wir machen Fehler.“ Einzelunternehmer*innen, Influencer*innen und große Unternehmen, bitte menschelt mehr!

3. Gefühle als Mehrwert

Wie wichtig es ist, emotional packenden Content zu schaffen, ist kein Geheimnis. Indem wir Schmerzpunkte ansprechen und freudige Visionen à la „wie würdest du dich fühlen, wenn …“ ausmalen, schaffen wir eine emotionale Nähe zu unseren Leser*innen. Wir sollten Gefühle aber nicht nur als Anknüpfungspunkt nutzen, um Menschen für uns zu gewinnen. Wir können sie auch zum Zielvorhaben unseres Contents machen.

Denn Mehrwert schaffen bedeutet nicht zwangsläufig, nützliche Ratschläge oder Anleitungen anzubieten. Die Absicht deines Textes kann auch darin liegen, Gefühle bei deinen Leser*innen anzustoßen. Zum Beispiel, den Mut, etwas anzupacken. Leichtigkeit. Freude. Dankbarkeit. Das Gefühl, mit einem Problem nicht allein zu sein.

Aber wie schafft man das? Der einfachste Weg, um Menschen auch emotional zu bewegen, ist es, die eigene Geschichte zu erzählen. Trau dich, deine Erfahrungen und Learnings als Ausgangspunkt für deine Texte zu nehmen. Beschreibe, wie du dich in fordernden Situationen gefühlt, was du dabei gelernt hast und wie es dir jetzt damit geht. Ja, es kann persönlich werden, aber eben nur so weit, wie du willst.

Du wirst automatisch mit dem Herzen schreiben und deinen Texten eine Energie verleihen, die es vermag, Leser*innenherzen zu berühren und zu inspirieren. Der Riesenerfolg von Projekten wie Post Secret und Humans of New York bezeugt die Kraft persönlicher Geschichten.

Die Mischung macht’s

Sicher gibt es noch dutzende Vorschläge, wie man Content mit Mehrwert schaffen kann. Letztlich liegt es in deiner Hand, zu entscheiden, was wertvoll für deine Leser*innen ist. Für meinen Blog und die sozialen Medien wähle ich eine gute Mischung aus Trendthemen, meinen eigenen Erfahrungen als Texterin, Bloggerin und Mensch sowie Themen, die ich mit meinen Leser*innen diskutieren möchte.

Bei mir hat es eine Weile gedauert, bis ich bis zu dieser Entwicklung gefunden habe. Stress dich also nicht, wenn du keine perfekte Content-Strategie ausgearbeitet hast und unsicher bist, mit welcher Art von Content du deine Follower begeistern kannst. Irgendwann fliegen dir spannende Themen nur so zu und du wirst von ganz allein deinen Weg finden und nebenbei noch viel mehr Spaß am Bloggen haben. Und wo Leidenschaft ist, da sind auch begeisterte Leser*innen nicht weit. Lieben Dank für deine Aufmerksamkeit und fröhliches Bloggen!

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