Slow Blogging – Wie du in deinem Tempo bloggen und trotzdem erfolgreich sein kannst

Deine Branchenkollegen düsen scheinbar mühelos mit einem Knallerartikel nach dem anderen an dir vorbei? Du fühlst dich schlecht, weil du mit deinen Blogposts nicht hinterherkommst, und überlegst sogar schon, deinen Corporate Blog auf Eis zu legen?

Kein Wunder.

Im engmaschigen Takt Blogartikel, Instagram-Posts, Facebook-Beiträge und Tweets raushauen – das ist auch der Rat, den Online-Marketing-Experten geben. Denn die Suchmaschinen und sozialen Netzwerke sind hungrig.  Fleißige Schreiber, die ihre Leserschaft regelmäßig mit Lesestoff versorgen, werden mit mehr Sichtbarkeit belohnt.

Klar kommen da Zweifel am eigenen Blogkonzept auf, wenn du nicht mindestens alle zwei Wochen Content in die Welt schubst.

Aber das muss gar nicht sein. Als Slow Blogger machst du nur so viel, wie du neben deiner eigentlichen Arbeit wuppst. Anstatt Algorithmen hinterherzueifern, entscheidest du, wie oft du Content für deine Leser erstellen willst.

Das sind die Vorteile von Slow Blogging:

Du …

… kannst mehr an deinem Kerngeschäft arbeiten, weil du bestimmst in welchem Rhythmus du Blogposts und Social-Media-Beiträge schreibst und veröffentlichst,

… bewahrst dir die Freude daran, dein Wissen mit deinen Lesern zu teilen, statt schnellen Content zusammenzuschustern, nur um Google & Co. zu gefallen,

… kannst dir Zeit nehmen, Gedanken nachzuspüren und Blogthemen ausführlicher zu recherchieren.

Im ersten Teil des Artikels erzähle ich dir, warum es sinnvoll sein kann, deinen  Blog langsam anzugehen. Tipps, wie du auch mit wenig Lesestoff sichtbar für Leser und potenzielle Kunden wirst, erfährst du im zweiten Teil.

Treue Leser schätzen dein Wissen, nicht dein Tempo

In der Regel haben deine Leser ein Problem, zu dem du die Lösung anbietest.

Du hilfst ihnen bei Fragen weiter, für die ihre Freunde und Partner nur ein Schulterzucken übrig haben. Du schenkst ihnen Erfahrungswissen, das ihnen selbst noch fehlt.

Kurz: Dein Content ist wertvoll für deine Leser. Deswegen werden sie auch wiederkommen, selbst wenn ein Monat Stille in deinem Blog herrscht.

Du hast wenig Zeit zum Schreiben, deine Fans wenig Zeit zum Lesen

Deine Blogartikel haben harte Konkurrenz. Sie heißen Meetings, Paarzeit, Wandern, Romanlektüre, Geburtstagsfeiern oder Spielplatz mit den Kindern. Deinen Lesern geht’s genauso wie dir. Ihre Zeit ist begrenzt. Viele sind heilfroh, wenn sie den Bildschirm am Ende des Tages zuklappen können, um sich um ihre Familie, Freunde und das eigene seelische Gleichgewicht zu kümmern.

Wenn du also das nächste Mal glaubst, mit deinen Artikeln hinterherzuhinken, denk daran: Niemand kontrolliert im Kalender, wie lange dein jüngster Blogartikel zurückliegt. Keiner nimmt’s dir übel, wenn er auf neue spannende Artikel von dir warten muss, außer – Achtung – du hast deinen Bloglesern einen Veröffentlichungsrhythmus kommuniziert, den du nicht einhältst.

Mehr Zeit, um Dinge zu erleben, die dich inspirieren

Es gibt Tage, an denen ich mich inspiriert fühle wie ein trockenes Stück Brot. Auch nach dem fünften Kaffee bleibt der ersehnte Geistesblitz aus.

Vielleicht sitzt du auch manchmal am Schreibtisch: voller Energie, die nicht dorthin fließt, wo du sie brauchst. Bist abgelenkt durch Alltagskram. Oder fühlst dich, als hättest du gerade am Ironman teilgenommen.

Der Druck, trotzdem einen spannenden Blogartikel zu produzieren, erstickt den letzten Keim Kreativität.

Deswegen habe ich gelernt, Spaziergänge, Yoga und Buchlektüre in meinen Arbeitsalltag einzuplanen. Das tut meiner Seele und meinen Texten gut.

Was brauchst du, um obergeniale Blogartikel zu schreiben? Spazieren, Malen, klassische Konzerte, Yoga Retreats oder Netflix-Serie. Gönn’s dir einfach. Auszeiten schaffen in deinem Kopf Platz für neue Ideen und schenken dir Stoff, über den du später schreiben kannst.

5 Tipps für mehr Sichtbarkeit mit wenig Content

Als Slow Blogger wachsen deine Inhalte langsamer.

Dabei macht mehr Content mehr her und erhöht die Chance, bei Google entdeckt zu werden oder bei Pinterest oder Instagram aufzufallen.

Wie du es trotz weniger schnell wachsendem Content schaffst, in der Onlinewelt gesehen und angeklickt zu werden, erfährst du in meinen Tipps für mehr Sichtbarkeit:

1. Kündige an, wann oder wie oft ein neuer Blogpost ansteht

Das macht dich verbindlich und hebt dich ab von der Dauerberieselung, die deine Leser sonst erfahren. Außerdem können deine Follower sich auf deine Inhalte vorfreuen und das Lesen direkt für sich einplanen. Du könntest beispielsweise einen festen Tag im Monat – zum Beispiel den ersten Mittwoch – als Termin für die Veröffentlichung festlegen.

2. Grenze dein Thema ein

Dein Blogpost wird zum Magneten, wenn er auf ein konkretes Problem oder einen Wunsch deiner Leser und Traumkunden eingeht. Je kleiner und konkreter die Fragestellung, umso besser.

Adriene vom grandiosen Youtube-Kanal Yoga with Adriene macht’s richtig. Bei ihr gibt’s Yoga for Text Neck (Yoga für den Texternacken) , 7-Minutes-Bedtime-Yoga (7-Minuten-Yoga vorm Schlafengehen) oder Yoga for Gardeners (Yoga für Gärtner). Die Zuschauer bekommen Bewegungseinheiten, die perfekt an ihre Bedürfnisse andocken.

Blogartikel funktionieren genauso. Je enger du das Thema und die Zielgruppe eingrenzt, umso mehr Betroffene fühlen sich angesprochen. Wenn du dann bei der Onlinerecherche wenig bis nullkommanix dazu findest, noch besser. Dieser Informationsmangel ist dein Vorteil, solange die Artikelidee relevant ist.

Um sicherzugehen, mach auf jeden Fall eine einfache Keywordrecherche oder befrage deine Zielgruppe.

3. Schreibe zeitlose Artikel

Insbesondere, wenn du zu den Slow Bloggern gehörst, hilft es, Artikel zu schreiben, die lange wertvoll bleiben, die also nächstes Jahr noch hilfreich und relevant sind. Vermeide deswegen kurzweilige Trends, aktuelle politische Ereignisse, eben alles mit kurzer Halbwertzeit. Dann kannst du nämlich Folgendes tun:

4. Recycle deine Blogartikel für die sozialen Medien

„Veröffentlichen“ klicken und zack, die ganze Welt weiß, dein neuer Blogpost ist online. Haha, schön wär’s! Für Aufmerksamkeit im Netz musst du mehr tun, nämlich deinen Artikel selbstbewusst vermarkten. Dafür kannst du ihn in der Veröffentlichungswoche ruhig mehrmals in Netzwerken wie Instagram, Facebook, Pinterest, Xing etc. bewerben und das dann alle paar Wochen und Monate wiederholen.

Wenn du befürchtest, mit dieser Strategie als Oberspammer rüberzukommen, dann kann ich dich beruhigen. Du sorgst dafür, dass deine Artikel überhaupt sichtbar werden.

Denn die Algorithmen der Suchmaschinen und Netzwerke entscheiden, wer deine Beiträge sieht, meistens nur ein winziger Bruchteil der Nutzer. Außerdem gewinnst du mit der Zeit immer mehr Fans, die deine Inhalte von vor drei Monaten noch gar nicht kennen können.

Also los, präsentier dein Werk stolz der Öffentlichkeit, ohne falsche Bescheidenheit.

5. Setze auf mehrere Kanäle

Nutze unbedingt mehrere Kanäle, um deine Blogartikel zu promoten und der Welt zu zeigen, dass du ein Experte auf deinem Gebiet bist. Ich zum Beispiel streue meine Blogartikel auf Pinterest (Bildersuchmaschine), Instragram und Facebook (soziale Netzwerke).

Im Schneckentempo die Onlinewelt erobern

Der Druck, in kurzen Abständen neue Blogartikel zu liefern, ist groß.

Mein Rat: Ignorier die Turboblogger und vergiss die Experten. Den echten Experten für deinen Blog und die Strategie dahinter findest du, wenn du in den Spiegel schaust. Deine Arbeitsweise, deine Artikelthemen und deine Schreibstimme sind es, die deinen Blog einzigartig machen. Warum also nicht auch das Tempo selbst bestimmen. Ohne das pieksende schlechte Gewissen, weil andere es anders machen.

In diesem Sinne: Blog mal langsam!

4 Kommentare

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Henning UhleAntworten
22. Januar 2019 um 2:37 pm

Hallöchen, das ist immer eine gute Idee. Man muss nicht „wie bescheuert Artikel kloppen“. Das hat doch dann nichts mehr mit dem Bloggen an sich zu tun. Ich merke bei mir immer wieder, dass gerade ältere Artikel mehr wirken. Aber am Ende schreibt man ja eh nicht für Statistiken oder Suchmaschinen oder soziale Netzwerke.
Ich war so frei und habe das Thema mal aufgegriffen: https://www.henning-uhle.eu/informatik/wordpress-und-bloggen/slow-blogging-trend-oder-mache
Da hat sicher jeder so seine eigenen Ansichten. Das ist eben meine. Ansonsten: Schöner Artikel.

EliseAntworten
22. Februar 2019 um 4:03 pm
– Als Antwort auf: Henning Uhle

Lieber Henning, danke für dein Feedback. Habe es leider gerade erst entdeckt! Was einen Blog für mich besonders macht, ist die geballte Erfahrung, die leidenschaftlich und mit Herz rübergebracht wird. Erfahrungen sammeln braucht aber Zeit und deswegen finde ich, darf der Veröffentlichungspuls gerne auch dem Lebens- und Lernrhythmus angepasst werden 🙂

AnkeAntworten
2. April 2019 um 3:22 pm

Liebe Elise, 1000 Dank für Deinen Artikel! Genauso halte ich es: Lieber weniger, dafür mehr Qualität. Trotzdem nagte bis vor ein paar Minuten das schlechte Gewissen an mir. Nun freu ich mich grade total, dass der Zeitmangel plötzlich wie Strategie aussieht 🙂

EliseAntworten
3. April 2019 um 4:40 pm
– Als Antwort auf: Anke

Freu mich, dass mein Artikel dir den Druck ein wenig nimmt 🙂 Das war auch meine Intention beim Schreiben! Ich glaube eines der großen Probleme liegt darin, sich immer mehr vorzunehmen, als man tatsächlich schafft. Klar, zwickt uns dann das schlechte Gewissen. Muss aber nicht sein 😀

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