6 Tipps, um Selbstzweifel beim Schreiben zu überwinden

6 Impulse, um deine Selbstzweifel beim Schreiben zu überwinden

„Was Tolstoi und Goethe konnten, das schaffe ich auch!“

Manchmal wäre ich froh, wir würden mit diesem charmanten Größenwahn an kreative Aufgaben herangehen. Uns zutrauen, großartige Texte zu schreiben, die Millionen fesseln.

Leider haben wir uns über die Jahre Selbstzweifel antrainiert, die weit über gesunde Selbstkritik hinausgehen.

Deswegen halten wir den Ball lieber flach. Bleiben auf dem Teppich. Machen uns klein, um nicht anzuecken – besonders Frauen.

Früh haben wir gelernt, anderen und uns selbst nicht zu viel zu versprechen und per se vom schlimmsten auszugehen, weil es dann ja nur besser werden kann.

Selbstzweifel schaden deinen Texten

Mit dieser Haltung ramponieren wir allerdings jedes noch so aufregende Schreibprojekt. Denn wie können wir inspiriert schreiben, wenn uns der Glaube fehlt, überhaupt dazu fähig zu sein?

Wenn du diesen Artikel liest, dann wurdest du beim Schreiben auch schon von Selbstzweifeln geplagt. Vielleicht hast du gedacht:

Klingt das doof? Darf ich das überhaupt schreiben? Wird meinen Lesern meine Meinung gefallen? Im schlimmsten Fall glaubst du: Ich kann einfach nicht gut schreiben.

Ich habe 6 Impulse zusammengetragen, die dir helfen, dich von Selbstzweifeln im Schreibprozess zu befreien und dadurch schneller in den Schreibflow zu kommen.

1. Deine Texte leben von deiner Persönlichkeit

Meine erste Website als Texterin gestaltete ich unter der Devise: „Bloß niemanden abschrecken!“ Um seriös auf meine Website-Besucher zu wirken, schrieb ich besonders zugeknöpft – wie ich heute finde.

Mein eigenen Textstil entwickeln und Persönlichkeit ausdrücken war mir damals schnuppe.

Heute weiß ich, wie nutzlos solche Artigkeiten sind, ja, sogar hinderlich.

Wenn du Sprache als Maskierung nutzt, verhinderst du, dass deine Traumkunden dich kennenlernen, wie du bist. Sie werden an dir vorbeiziehen, weil du dachtest, deine humorvolle Seite, nervige Niederlagen und schräge Gedanken verstecken zu müssen.

Deine Erfahrungen, deine Sprache, dein Witz und deine Wortspiele machen dich aus. Lass deinen Charakter ruhig in deinen Texten aufblitzen. Du wirst dadurch Menschen anziehen, die genauso ticken wie du oder genau das brauchen, was du schon hast oder lebst.

2. Vergleich dich nicht

Wenn ich einen Blogartikel verfassen will, sauge ich alles zum Thema auf. Klar tippe ich mein Thema zuerst bei Google ein, weil ich neugierig bin, was andere darüber geschrieben haben.

Eine allzu eifrige Recherche bringt meinen Text allerdings in Gefahr.

Denn die Suchmaschine zeigt die Creme de la Creme, die erfolgreichsten Blogartikel auf der ersten Seite an.

Sie hält mir vor Augen, was ich selber noch nicht erreicht habe: umfangreiche und bis in den letzten Winkel recherchierte Blogartikel, eingängig geschrieben und gespickt mit persönlichen Anekdoten, die ich auch gerne erlebt hätte, nur um später darüber schreiben zu können.

Mittlerweile habe ich eine Vermeidungsstrategie entwickelt, die mir hilft, motiviert zu bleiben.

Ich lese die fremden Blogartikel einfach nicht.

Allerhöchstens schaue ich mir die grobe Struktur an, scanne Überschriften oder lese einen kurzen Absatz. That’s it!

Dadurch fällt es mir später leichter, bei mir selbst und meinen Ideen zu bleiben und nicht in die Vergleichsfalle zu tappen. Recherche geht schließlich auch anders. Bücher, Magazine oder Fernsehdokus bringen dich inhaltlich genauso weiter. Außerdem schüchtern dich deine Quellen allein schon deswegen nicht ein, weil sie die Infos in einem völlig anderen Format liefern.

3. Konzentriere dich auf den Mehrwert, den du liefern kannst

Viel wichtiger als zu kucken, wie es die anderen machen, sind die Bedürfnisse deiner Zielgruppe.

Es heißt, man ist zu niemandem ehrlicher als zum Suchfeld von Google.

Welche Fragen tippen Menschen dort ein? Welches Problem kannst du mit deinem Expertenwissen für sie lösen? Wo ist der Mehrwert deines Textes oder deines Produktes, das du damit bewirbst?

Die Keywordrecherche und der Blick auf die Wünsche und drängenden Fragen deiner Bestandskunden können und sollten beim Schreiben deine Richtschnur sein.

Deine Leser haben ein Problem, du mindestens einen Teil der Lösung. Du besitzt die strategischen Werkzeuge und das Wissen, um ihnen weiterzuhelfen.

Überlege, wie wertvoll deine Hilfestellung für deine Traumkunden sein wird. Male dir die Vision, die du mit deinem Artikel oder Website-Text transportieren willst, in den leuchtendsten Farben aus.

Die guten Vibes und das Bewusstsein darüber, was du bewegen kannst, lassen Unsicherheiten und Zweifel beim Schreiben verblassen.

6 Tricks, um selbstsicherer zu schreiben

4. Nutze Hilfsmittel zum Schreiben

Alles, was leicht aussieht, ist schwer. So ist das auch bei Texten.

Ein besonders verständlicher und eingängiger Text kann den Eindruck erwecken, in genau so einer Leichtigkeit entstanden zu sein. Das ist ein Missverständnis.

Auch Profis wie Texter, Autoren und Journalisten nutzen Textformeln, Synonymwörterbücher und Rechtschreibprüfungen. Auch sie lesen ganze Bücher über Storytelling und die Kunst, gut zu schreiben.

Zu den Berufswehwehchen zählen Schreibblockaden und natürlich – wenn wir schon dabei sind – gelegentliche Selbstzweifel.

Denn woher weiß man, wie gut oder schlecht man ist?

Auch Profis zweifeln. Aber Schreiben ist ein Handwerk, das Talent dafür nebensächlich.

Wenn du vorm blinkenden Cursor sitzt und nicht weißt, wie du anfangen sollst, dann, weil du wenig Übung und Erfahrung im Schreiben hast. Nimm’s zum Anlass, um dir Hilfe in Blogs, Büchern oder Videos zu holen.

5. Vertraue deinem Schreibprozess

Es gibt Dinge, die ich lieber für mich behalte.

Meinen Browserverlauf zum Beispiel. Aber auch die Rohfassung eines entstehenden Textes.

In der Regel schreibe ich nämlich los, ohne mir 1000 Gedanken um die detaillierte Struktur und die schönsten Formulierungen zu machen. Meine Kreativität kommt so am besten in Fahrt. Oft fallen mir erst beim Schreiben kluge Gedanken ein, die später den Text bestimmen.

Erst im zweiten Schritt erledige ich die Feinarbeit, setze die einzelnen Teile neu zusammen und spitze den Text auch sprachlich zu.

Weil ich meinen Schreibprozess kenne, kann ich gelassen mit meiner Rohfassung umgehen. Wenn ich sie auch ungern vorzeige.

Auch du darfst das Vertrauen darin haben, die richtigen Worte zu finden. Dabei spielt es keine Rolle, ob auf Anhieb, erst beim zweiten oder dritten Anlauf. Wichtig ist, entspannt dabei zu bleiben und dir selber keinen Druck zu machen.

6. Gewöhnlich ist gut genug

Dein Text liest sich flüssig, ist verständlich und greift die Bedürfnisse deiner Leser auf? Dann erfüllt er bereits die wichtigsten Kriterien für einen gelungenen Text.

Deine Traumkunden, Leser und deine Community erwarten keine Glanzleistung, sondern etwas Bekanntes, an dem sie sich festhalten können. Sie wollen sich in deinen Worten wiederfinden und das Gefühl haben, verstanden zu werden.

Dafür brauchst du weder die Skills eines Literaturnobelpreisträgers noch ein Germanistikstudium. Viel entscheidender ist, ob du dich gut in deine Traumkunden und deine Community hineinfühlen kannst und es schaffst, eine Verbindung zu ihnen herzustellen.

Du bist mehr als deine Texte

Ganz nüchtern betrachtet sind deine Blogartikel und Social-Media-Posts Marketingtools, mit denen du Follower und Kunden generierst.

Emotional gesehen streben wir aber alle nach Zugehörigkeit. Mit Texten versuchen wir, Menschen für uns zu gewinnen. Wir wollen unterhaltsame Geschichten erzählen und unsere Leser zum Lachen bringen. Wir wollen gut ankommen, auch und gerade als der Mensch der wir sind.

Schreiben macht uns verletzlich, weil wir viel über uns offenbaren. Damit sind keine Privatheiten gemeint. Ich meine die Art zu erzählen, unserer Temperament und unsere Gedanken, die in jeder Zeile mitschwingen.

Trotzdem ist dein Text eben nur ein Text. Und du bist viel mehr als das.

Ich hoffe, meine Impulse haben dir geholfen, deine Selbstzweifel beim Schreiben zumindest in einem anderen Licht zu sehen.

Konkrete Tipps, wie du deine Texte weiter verbessern kannst, erfährst du übrigens in meinem Blogpost „9 Schreibtipps für leuchtende Texte“.

Viel Freude beim Schreiben!

Ein Kommentar

Teile deine Gedanken zum Artikel!

Blogparade: Umgang mit Selbstzweifel – passives-einkommen-im-netz.deAntworten
14. Mai 2019 um 6:51 pm

[…] https://hierundtext.de/selbstzweifel-beim-schreiben-ueberwinden/ […]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website benutzt Cookies. Wenn du die Website weiter nutzt, gehe ich von deinem Einverständnis aus. Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen