Dein Angebot vermarkten jenseits von Selbstbeweihräucherung

Werbung machen, ohne zu nerven

Wie du dein Angebot online vermarktest ohne Wichtigtuerei oder aggressive Verkaufsstrategien

Gerade Solopreneure tun sich schwer damit, Werbung für sich und das eigene Produkt zu machen.

Die Befürchtung, eitel und wichtigtuerisch rüberzukommen, hält viele davon ab, ihr Produkt oder ihre Dienstleistung selbstbewusst in den Fokus zu rücken.

Wie ist das bei dir, läuft deine Eigenwerbung auf Sparflamme? Wenn ja, was hält dich davon ab, richtig gutes Marketing für dich und deine Arbeit zu machen?

Wahrscheinlich hast du Lektionen wie „Eigenlob stinkt“, „mach dich nicht wichtig“, „sei bescheiden“ und „bleib immer schön auf dem Teppich“ für dich verinnerlicht. Dazu genießt klassische Werbung auch noch ein zweifelhaftes Image. Wir haben früh gelernt, dass Werbetreibende versuchen, uns Kram anzudrehen, von dem wir bis dato gar nicht wussten, dass wir ihn brauchen. Werden wie diese Werbefuzzis, nein danke!

Ich zeige dir, wie du online für dein Unternehmen werben kannst, sogar wenn du Eigenwerbung hasst. Denn Zurückhaltung funktioniert nicht, wenn du dein Angebot verkaufen willst. Wie eine Selbstvermarktungsstrategie jenseits von Selbstlobhudeleien und aufdringlichen Verkaufstaktiken aussehen kann, erfährst du im Artikel.

Wieso Werbung heute weniger nervt

Früher war Werbung für mich vor allem die unerträgliche Unterbrechung von spannenden Filmen im TV. Gerade in die Geschichte eingetaucht, wurde ich just wieder herausgerissen durch Werbeclips für Damenbinden, Prosecco oder Sportwagen, die ich nie fahren würde.

Mit meiner Lebenswelt hatte das meiste davon wenig zu tun, mit meinen Bedürfnissen schon gar nicht.

Mittlerweile dominieren Content-Marketing, Storytelling und Social-Media-Marketing das Geschäft mit der Werbung. Endlich Marketing, bei dem der Nutzer im Fokus steht.

Und eine große Chance für Solopreneure und Unternehmen mit kleinem Budget, sich einen Namen zu machen.

Im Content-Marketing wirbst du mit hilfreichem Expertenwissen

Was klassische Werbemittel wie Anzeigen oder 30-Sekünder im TV nicht schaffen, gelingt im Content-Marketing: Du baust eine Verbindung zu deinen Lesern, Zuhörern, zu deiner Community auf. Denn statt deine Traumkunden zu unterbrechen und ihnen eine Werbebotschaft vor den Latz zu knallen, zu der sie keinen Bezug haben, lieferst du ihnen Inhalte, die sie brauchen.

Diese Form der Werbung ist günstig, erfordert dafür aber eine Menge Geduld und Einfühlungsvermögen für die Bedürfnisse deiner Zielgruppe. Zuerst musst du herausfinden, welche Probleme deiner Traumkunden du mit deinem Expertenwissen lösen kannst. Dann servierst du ihnen über einen längeren Zeitraum genau die Tipps und Tricks, die sie brauchen. Klingt aufwendig? Ist es auch.

Aber langfristig lohnt sich die Strategie. Denn dein in Blogposts, Podcastfolgen oder Videos verpacktes Fachwissen verpufft ja nicht, sondern steht Hilfesuchenden und Interessierten so lange zur Verfügung, wie du willst. Dadurch etablierst du deine Marke in deiner Branche und dich als Experten. Menschen fangen an, dir und deinem Angebot zu vertrauen. Einige von ihnen werden schließlich zu zahlenden Kunden.

Das Beste an dieser Marketingstrategie: Du nervst damit niemanden. 😉

Du verschenkst deine Hilfe

Böse Zungen können jetzt behaupten, Content-Marketing sei nur perfide Schleichwerbung in neuem Gewand. Schließlich sollen über die Inhalte irgendwann zahlende Kunden generiert werden.

Mein Einwand: Zuallererst hilft dein Content deinen Traumkunden dabei, ihre Mini-Probleme zu lösen. Du investierst viel Zeit, Liebe und Mühe darin, Inhalte zu erstellen, die deinem Publikum helfen, ihre Mini-Probleme zu lösen und ihren Horizont zu erweitern. Dieses Expertenwissen lieferst du komplett gratis.

Und das, obwohl du von mindestens 95 Prozent der Konsumenten nie einen Cent sehen wirst. Das ist doch sehr großzügig von dir, oder?

Aggressive Werbestrategien, die wirklich Kunden vergraulen

Leider gibt es im Netz genug Leute, die das Imageproblem von Werbung weiter füttern und zeigen, was weder gut ankommt, noch nachhaltig funktioniert. Diese offensiven Marketing- und Verkaufsstrategien sind dir sicher auch schon untergekommen:

  • Freundschaftsanfragen auf Facebook verschicken, die neuen „Freunde“ in ein unverfängliches Gespräch verwickeln, um dann ohne Umschweife ein Produkt oder eine Dienstleistung anzupreisen. Unsexy!
  • Chatbots auf Instagram nutzen, die willkürlich Inhalte kommentieren und keinen Mehrwert bieten.
  • In Facebook-Gruppen bei jedem Post auf kostenpflichtige Angebote verweisen. Sonstiges Engagement bei null.
  • Follow-Unfollow-Spielchen auf Instagram.

Das nenne ich mal ungeschicktes Selbstmarketing. Problem eins dabei: Niemand interessiert sich für kostenpflichtige Angebote.

Wer sich in den sozialen Netzwerken aufhält, will sich mit Gleichgesinnten austauschen, Antworten auf drängende Fragen und leichte Unterhaltung bekommen. Nutzer sind nicht im Kaufmodus, freuen sich aber umso mehr über wertvolle Inhalte, die ihnen das Leben und ihre Arbeit erleichtern.

Deshalb kannst du die sozialen Medien auch sehr gut nutzen, um auf dich aufmerksam zu machen. Indem du Fragen der Community mit deinem Fachwissen beantwortest oder auf deine kostenlosen Content-Formate wie Blogartikel, Podcastfolgen oder Videos verweist.

Was du noch tun kannst, um positiv aufzufallen, ohne andere mit aufdringlichen Werbebotschaften zu bombardieren:

Sei großzügig mit deinem Wissen

Spätestens wenn Bekannte und Freunde kopfschüttelnd fragen, warum du dein Expertenwissen einfach so an Wildfremde verschenkst, bist du auf dem richtigen Weg.

Langfristig wirst du mit deiner Marketingstrategie nur Menschen in deinen Bann ziehen, wenn du bereit bist, großzügig zu geben und zu dienen. Kein Zertifikat der Welt kann diese Großzügigkeit ersetzen.

Deine Freigebigkeit hilft deinen Traumkunden, einzuschätzen, was sie von dir erwarten können und was eben nicht. Auf Grundlage deines Podcasts oder deiner Blogartikel können sie selbst entscheiden, ob sich dein kostenpflichtiger Online-Kurs oder das 1:1-Coaching für sie lohnt. Diese dadurch entstehende Transparenz hilft dir auch, Kunden anzuziehen, die zu dir passen und jene abzuschrecken, die suchen, was du nicht bieten kannst.

Setze auf Personal Branding

Menschen kaufen von Menschen und wollen wissen, mit wem sie es zu tun haben. Zeig, wer du bist! Teile deine Arbeitsweise, deine Ticks und die Hürden, vor denen du stehst oder die du in der Vergangenheit überwinden konntest. Drücke aus, was dir als Mensch wichtig ist, auch abseits vom Job. Dabei geht es nicht darum, ein gläsernes Leben zu führen, sondern darum, dich als Person greifbar zu machen.

Dein Produkt ist vermutlich austauschbar, deine Persönlichkeit ist ein Einzelstück. 😉

Zum Personal Branding gehört übrigens auch, Gesicht zu zeigen. Tja, da fasse ich mir auch an die eigene Nase. Lange Zeit hab ich’s vermieden, Fotos von mir zu teilen. Irgendwann habe ich aber gemerkt, worauf ich selbst beim Auftritt von anderen Unternehmern anspringe. Neben süßen Haustierbildern wecken Porträts und Schnappschüsse aus dem Alltag meine Neugier. Warum ist das so?

Ich glaube, wir sind immer auf der Suche nach Gleichgesinnten, die unsere Interessen und vor allem Werte teilen. Menschen, neben denen wir auch eine sechsstündige Zugfahrt angenehm verbringen könnten.

Wähle eine Selbstvermarktungsstrategie, die zu dir passt

Wichtig beim Eigenmarketing finde ich, die Formate zu nutzen, mit denen du dich selbst am wohlsten fühlt und die gut zu deinem Angebot passen. Bleibt dir schon beim Gedanken daran, dich in Videos zu präsentieren, die Luft weg, dann lass es!

Auch bei der Veröffentlichungsfrequenz und Länge deiner Content-Formate kannst du dich erst mal an deinen eigenen Vorlieben orientieren. Magst du lange oder kurze Blogartikel, hast du gerne regelmäßig kurze Newsletter in deinem Postfach oder reicht dir einer im Monat? Wie viel Minuten lang ist deinem Empfinden nach der ideale Podcast?

Natürlich geht es auch um das Konsumverhalten deiner Traumkunden. Aber wenn dich bestimmte Marketing-Strategien selbst schon mächtig nerven, wirst du sie kaum überzeugend vertreten können.

Algorithmen entscheiden über deine Sichtbarkeit

Woher weißt du nun, ob du niemanden mit deiner Werbung nervst? Das ist eine gute Frage. Natürlich macht es einen Unterschied, ob wir von Direkt-Marketing per E-Mail oder über das Bespielen deiner Social-Media-Kanäle reden.

Die Algorithmen von Facebook, Twitter und Co. sorgen dafür, dass du so schnell niemanden mit deinen Posts auf die Nerven fällst. Im Gegenteil, deine Sichtbarkeit musst du dir hart erkämpfen.

Beiträge deiner Unternehmensseite spielt Facebook beispielsweise nur an circa zehn Prozent deiner Follower aus. Leider sind das oft die Immergleichen. Zu meinen auserkorenen zehn Prozent gehören mindestens meine Mutter, meine Schwester und eine Handvoll enge Freunde. Erkennst du das Problem?

Weil nur ein Bruchteil deiner Beiträge deinen Fans, Followern sowie weiteren ausgewählten Nutzern ausgespielt wird, ist es bewährte Praxis, die gleichen Inhalte in regelmäßigen Abständen erneut zu posten.

Was sich ungefähr so anfühlt, als würdest du einer Freundin alle paar Wochen die gleichen Geschichten erzählen, hilft dir, dich in der Online-Welt über Wasser zu halten und überhaupt wahrgenommen zu werden.

Respektiere die Nutzungsbedingungen der sozialen Netzwerke

Der Nervfaktor dabei ist gering. Allerdings – Achtung! – können die Netzwerke und Portale, die du nutzt, das anders sehen. Bevor du also auf Pinterest, Twitter, Instagram und Facebook auf den Putz haust, informiere dich über die Hausregeln.

Denn du bist dort nur zu Gast. Wenn du zu viele private Nachrichten hintereinander verschickst, schimpft Instagram dich schon mal Spammer und kann dir kurzerhand dein Konto sperren. Das Gleiche kann dir auf Pinterest passieren, wenn du unachtsam fremde Pins kuratierst, ohne zu überprüfen, ob die Links zu dubiosen Quellen führen.

Übrigens ist das nur einer der Gründe, im Online-Marketing langfristig unbedingt auf mehr als ein, zwei Netzwerke zu setzen.

Lass die Nutzer selbst entscheiden, ob du nervst

Letztlich haben deine Follower und Newsletter-Abonnenten selbst in der Hand, ob sie dir entfolgen oder deine E-Mails abbestellen. Diejenigen, die sich von dir gestört fühlen, passen schlicht nicht zu dir und deiner Art und legen keinen Wert auf den Mehrwert, den du bietest. Lass sie ruhig ziehen und konzentriere dich auf deine Fans.

Im Zweifel empfehle ich, lieber mehr Werbung zu machen, als sich damit zurückzuhalten. Denn die Wahrscheinlichkeit durch dein Online-Marketing zu nerven, ist viel kleiner als das Risiko, übersehen zu werden und dadurch dein Herzensprojekt oder gar deine Existenz zu gefährden.

Wäre doch schade, wenn niemand von deinem Angebot erfährt. 😀

Deswegen sag ich: Schluss mit falscher Bescheidenheit. Die Welt braucht dich. Zeig ihr, was du zu bieten hast. 😉

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