Female Empowerment: Meine Erfahrungen als Mentorin bei MentorMe

Im Herbst 2023 stand bei mir eine berufliche Veränderung an. Nach 7 Jahren als Texterin habe ich mich als Personal Branding Coach neu positioniert. Mitten in dieser Aufbruchsphase stieß ich bei LinkedIn zufällig auf einen Post über MentorMe.

MentorMe ist Deutschlands größtes berufliches Mentoringprogramm. Das von Karin Heinzl gegründete Sozialunternehmen hat es sich zur Aufgabe gemacht, Frauen in ihrer beruflichen Weiterentwicklung zu unterstützen. Mein Interesse war sofort geweckt.

Mentees zahlen einen Beitrag, der gemessen an den üblichen Honoraren von Coaches, Beraterinnen und Co. wirklich moderat ist. Alle Mentor*innen engagieren sich ehrenamtlich, profitieren aber auch von einer Menge Benefits – dazu später mehr.

Ich war so Feuer und Flamme, dass ich noch am selben Tag mein Mentorinnen-Profil ausfüllte. Sehr sorgfältig übrigens. Denn die Plattform arbeitet mit einer Matching-Software. Mentees erhalten vom Algorithmus 3 Vorschläge, die sie kontaktieren können. Ein aussagekräftiges Profil ist die Basis, um passende Matches zu erhalten.

Meine Motivation: Andere Frauen weiterbringen

Aus meiner Arbeit weiß ich, wie schwer es sein kann, sich selbst zu motivieren und Ideen allein zu entwickeln und umzusetzen. Feedback und Austausch sind die Dinge, die jede*r Unternehmer*in braucht, um weiterzukommen.

Außerdem sind wir keine „Einzelkämpferinnen“, sondern soziale Wesen, die auch emotional darauf angewiesen sind, mit anderen zusammenzuarbeiten. Kooperation liegt in unserer DNA.

Mir liegt es am Herzen, andere Frauen in ihrem beruflichen und persönlichen Wachstum zu unterstützen – am liebsten auf kurzem Dienstweg. Genau deshalb engagiere mich bei MentorMe.

Dazu habe ich eine Menge Spaß am Austausch und kann nebenbei meine Skills als Business Coach und Mentorin weiterentwickeln.

Match made in heaven

Auf MentorMe gibt es einen Pool aus über 3000 Mentor*innen. Damit sind’s circa 3-mal so viel Mentor*innen wie Mentees. Es ist also nicht garantiert, dass du als Mentor*in wirklich zum Einsatz kommst.

Umso mehr habe ich mich gefreut, als ich schon 2 Wochen nach Anmeldung eine Matchinganfrage von Marie bekam. Marie hat mich mit ihrer Zielstrebigkeit und ihrem Charme sofort begeistert. Ich liebe Menschen, die so herzlich sind wie sie, genau wissen, was sie wollen, und bereit sind, die Ärmel hochzukrempeln und anzupacken.

Große Pläne schmieden ist nämlich easy, Umsetzen braucht einen starken Willen.

Neben vielen Gemeinsamkeiten haben wir entdeckt, wie sehr wir uns ergänzen. Sie als INTJ (Architektin) geht super planvoll und strukturiert an ihre Aufgaben heran, ich als ESFP (Entertainerin) bringe mein Gespür für gutes Storytelling, unterhaltsame Texte, Wissen rund um Positionierung, LinkedIn und und und mit ein.

Wir treffen uns alle 14 Tage für 1 Stunde (mind. 1h im Monat ist die Vorgabe von MentorMe). Mich macht’s total glücklich, zu sehen, wie viel sie in der Zwischenzeit umsetzt. In meiner Wahrnehmung ist sie ein absoluter Selbstläufer und ich allenfalls der Katalysator, der ihren Prozess mit Feedback und Tipps beschleunigt.

Apropos, Marie ist Job- und Bewerbungscoach und ermöglicht Frauen einen nahtlosen Wechsel in ihren Wunschjob. Mehr auf Maries LinkedIn-Profil.

Community-Events und Weiterbildung

MentorMe bietet regelmäßige Netzwerktreffen (deutschlandweit, je Bundesland, themenbezogen etc.), Co-Working-Treffen sowie Workshops und Vorträge an. Das Angebot ist mit jährlich 220+ Veranstaltungen üppig.

Besonders interessant für mich und alle ohne klassische Coaching-Ausbildung sind die Events aus der Kategorie MentorMe Mentoring Guide. Darin werden Mentoring- und Coaching-Tools vorgestellt. Im Januar habe ich gelernt, wie ich Mentees dabei unterstütze, ein „drehbuchreifes“ Ziel zu formulieren und wie ich dafür eine Zielskala nutzen kann. Demnächst stehen Events wie „Entscheidungen treffen“ und „Lebensrad“ an.

Passe ich hier wirklich rein?

Beim Netzwerken ist mir aufgefallen, dass ich mich weit von meiner üblichen Bubble und damit außerhalb meiner Komfortzone bewege.

Viele Teilnehmende kommen aus Branchen, mit denen ich beruflich bisher kaum Berührungspunkte hatte – IT, Tech, Automotive, Finanzen etc. Dazu ist mir aufgefallen, dass der Großteil angestellt oder angestellt und nebenberuflich selbstständig ist.

Das prägt auch die Diskussionsthemen. Sei es Gehaltsverhandlungen, das Führen eines eigenen Teams oder Alpha-Männer im Job. Es ist zwar interessant darüber zu sprechen (oder besser: den anderen zuzuhören), aber weit weg von meinen Pain Points und meinem Erfahrungsschatz im Berufsleben.

Bei mir sind Zweifel hochgekommen:

Halte ich es aus, mich auch mal fehl am Platz zu fühlen?
Ist es okay für mich, zu bestimmten Themen nichts beitragen zu können?
Bin ich hier mit meinem Profil überhaupt richtig?
Passt meine lockere Art rein?

Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass ich all diese Fragen mit JA beantworten kann. Gerade weil ich andere Erfahrungen und Perspektiven mitbringe, bin ich super wertvoll für diese Community.

Und ich bin mir sicher, das bist du auch! Das Programmjahr für 2023/24 ist noch geöffnet. Auch du kannst als Mentor*in, Mentee oder beides durchstarten. Just go for it!

Was ich bei MentorMe mitnehme

Mir macht’s super viel Spaß, meine Mentee zu begleiten, und ich freue mich über das Vertrauen, das sie in mich hat. Auch ich nehme aus unseren Sessions viel Energie, Motivation und Impulse für meine eigene Umsetzung mit.

Mentoring ist keine Einbahnstraße, sondern ein Geben und Nehmen.

Mein Fokus lag anfangs auf dieser 1:1-Begleitung. Tatsächlich war ich positiv überrascht, wie viel ich dann noch on top bekommen habe.

Meine größten Benefits:

  • Ich lerne in Netzwerk-Events spannende Persönlichkeiten aus der Corporate Welt, aber auch Selbstständige kennen.
  • Ich werde sichtbarer.
  • Ich bilde mich regelmäßig kostenlos weiter (im Austausch für mein Engagement).
  • Ich kann mich methodisch im Mentoring ausprobieren und neue Erfahrungen sammeln.
  • Nicht zuletzt: Als Eher-Extrovertierte ziehe ich viel Energie aus dem Austausch mit den richtigen Menschen und performe auch besser, wenn ich spüre, wie viel ich mit meiner Arbeit bewirken kann.

Lohnt sich Mentoring bei MentorMe auch für dich?

Um bei MentorMe als Mentor*in aktiv zu werden, solltest du mindestens 5 Jahre Berufserfahrung mitbringen. Du kannst als Frau oder Mann als Mentor*in aktiv werden.

Du musst keine Ausbildung als Coach oder Ähnliches haben. Dein Job ist es, deine Best Practices zu teilen, qualifiziertes Feedback zu geben und deine Mentee emotional und mental zu unterstützen. Alles andere lernst du im Machen oder bei den regelmäßigen Events.

Der Lohn für dein Engagement: hilfreiche Kontakte, mehr Sichtbarkeit, Weiterbildungsevents und mehr Impact, weil du mit deiner Message mehr Menschen erreichst.

Das Mentoring-Programm ist außerdem die perfekte Spielwiese, um dich als Coach oder Mentorin auszuprobieren, dabei Schüchternheit oder Unsicherheiten abzulegen und zu begreifen, wie viel in dir steckt.

Denn das ist vermutlich mehr als du denkst.