Du willst 2024 deine Personal Brand aufbauen? Dann folge diesem 7-Schritte-Plan.


Ich bekenne mich schuldig: Als ich 2016 ins Online-Marketing gestartet bin (damals als freie Texterin), habe ich monatelang damit verbracht, meine erste Website online zu bringen, Farben recherchiert, Illustrationen für die Website selbst gezeichnet und mich in anderen Gestaltungsdetails verloren.

Heute würde ich ganz anders starten, um meine Personal Brand aufzubauen. Nicht mit dem perfekten Look und den dazugehörigen „Spaßaufgaben“ (auch wenn ich Farbpaletten liebe), sondern mit dem Wesentlichen: Klarheit gewinnen und einen starken Markenkern ausarbeiten.

Damit du schneller ins Machen kommst als ich damals, habe ich dir diese schlanke Anleitung geschrieben.


Du erfährst:

  • die essenziellen Schritte auf dem Weg zur Personal Brand (die gerne übersprungen werden)
  • welche Fragen du dir unbedingt stellen solltest
  • wie du auch ohne professionelle Website, perfekte Texte, Fotos und Farben starten kannst (und sogar solltest)

Personal Brand aufbauen – das ist dein Fahrplan:

1. Erkenne deine größten Stärken

Letztes Jahr habe ich mit einem Coach meine Stärken reflektiert. Gefühlt fing ich jede Woche wieder bei Null an mit meinen Erkenntnissen. Nach jeder Session fühlte ich mich wie auf links gedreht. Als ich am Ende dann zu meinen Top-2-Stärken gefunden habe, wurde mir bewusst:

Unsere größten Stärken sind Eigenschaften, die wir so krass verkörpern, dass wir sie gar nicht als etwas Besonderes oder gar als Superpower wahrnehmen. Unsere allergrößten Talente fühlen sich so natürlich an wie das Atmen. Sie sind für uns absolute Normalität. Genau deswegen übersehen wir sie schnell.

Wenn du also denkst, du hast die Antwort, grab noch ein bisschen tiefer.

Sobald du deine Superkräfte identifiziert hast, kannst du dein gesamtes Angebot und Marketing darauf abstimmen. Du kommst mehr in deine Energie und wirst noch besser in dem, worin du eh schon über dem Durchschnitt liegst. Bald wird man dich nur noch mit „ihre Exzellenz“ ansprechen (kleiner Scherz, ich denke, ich habe meinen Punkt verdeutlicht). Nicht zuletzt können sich deine Kund*innen über bessere Ergebnisse freuen.

Bei mir hat sich herauskristallisiert, dass ich super kreativ und „social energizing“ bin. Mir fällt es leicht, auf Menschen zuzugehen und für eine lockere Atmosphäre zu sorgen (auch in Gruppen). Dazu bin ich extrem schnell darin, mich mit anderen auf einer tieferen Ebene zu verbinden.

Meine neuen Erkenntnisse haben mir gezeigt, dass ich viel Potenzial verschenke, wenn ich als Freelancerin Aufträge allein am Schreibtisch abarbeite – so wie ich es als Texterin viele Jahre getan habe. Kreativ arbeiten? Unbedingt. Aber dann bitte im direkten Gespräch. Da gebe ich Impulse und bringe Projekte voran, inspiriere und motiviere. Das Beste daran ist aber, dass all das gefühlt 1000fach zu mir zurückkommt (und ich meine damit nicht Geld). Der Austausch mit meinen Kund*innen regt meine Kreativität an und berauscht mich manchmal genauso wie eine halbe Stunde auf dem Laufband zu flitzen.

Ich bin überzeugt davon, dass auch in deinen Stärken deine größte Freude und Lebendigkeit liegen. Weil sie dir leichtfallen und deiner Natur entsprechen. Weil du dich dann nicht mehr anpasst oder Aufgaben annimmst, die du nur mit Mühe und Widerstand über die Bühne bringst.

Die eigenen Stärken zu kennen und ihnen zu folgen, hilft dir nicht nur, als selbstbewusste und authentische Personal Brand aufzutreten. Es gibt nicht auch deiner Persönlichkeit einen echten Wachstumsschub.

Fragen, um deine Stärken zu reflektieren:

  • Wie sehen dich deine Kundinnen, Freundinnen und Familie?
  • Wie wirkst du auf andere?
  • Wofür wirst du bewundert?
  • Was fällt dir viel leichter als anderen?

Für mehr Erkenntnisse kannst du dir gern gratis meinen Stärkencheck (Journalingfragen) herunterladen.

Eine andere Möglichkeit, sich selbst noch besser einzuschätzen, sind Persönlichkeitstests. Für den Start empfehle ich dir den Myers-Briggs-Test (16personalities), den DISG-Persönlichkeitstest („der mit den 4 Farben“) und die Berechnung deines Human Design Charts (Achtung, sehr komplex).

2. Verbinde dich mit deiner Vision

Eine starke Vision zu haben ist wichtiger als du denkst. Sie bestimmt deine Taten. Beeinflusst aber auch, welche Menschen sich zu dir hingezogen fühlen, weil sie deinen Purpose feiern und ähnliche Werte haben. Last but not least gibt dir deine Vision den Treibstoff, um durchzuhalten und Hindernisse besser zu verkraften. Weil du ganz genau weißt, wofür du es tust.

Deine Leitfragen:

  • Für welches Thema möchte ich langfristig stehen?
  • Wofür brenne ich wirklich?
  • Welche Veränderung auf der Welt will ich mitgestalten?
  • Wer möchte ich für andere sein?

3. Entscheide, mit wem du arbeiten willst

Überleg dir, wer am meisten von deiner Arbeit profitiert und mit wem du gerne zusammenarbeiten möchtest. Wenn du es dir einfacher machen möchtest (wovon ich ausgehe), konzentriere dich auf die Low Hanging Fruits.

Zu welchen Menschen hast du einen besonderen Draht? Welche Zielgruppe kennst du gut, bspw. durch vergangene Jobs, Reisen, Hobbys etc.? Wer befindet sich jetzt schon in deinem Netzwerk?

Die demografischen Daten wie Alter, Familienstand, Bildung, Beruf etc. sind in vielen Fällen übrigens überbewertet. Worauf du dich wirklich fokussieren solltest: Wie die Menschen ticken, mit denen du arbeiten willst. Welches Mindset und Temperament sie mitbringen und welche Herausforderung du gemeinsam mit ihnen oder für sie lösen willst.

Was uns direkt zu deiner Positionierung führt.

4. Finde eine Positionierung mit dem gewissen Etwas

Wenn du weißt, WAS du FÜR WEN anbieten möchtest, dann hast du deine halbe Positionierung schon drin.

Als Dienstleisterin, Coach, Trainerin oder Berater solltest du wissen, welche Transformation du verkaufst. Welche Sorgen haben deine Wunschkund*innen? Was ist ihr allergrößter Pain Point? Wo stehen sie nach der Zusammenarbeit mit dir? Mit diesen Fragen kannst du deine Positionierung noch weiter schärfen.

Darüber hinaus kannst du überlegen, was deine Secret Sauce (in Werbesprech USP) ist, mit der du dich am Markt abhebst.

Das könnten Faktoren wie diese sein:

Schnelligkeit: Lisa Koch bietet beispielsweise Logodesign und Webdesign innerhalb von 8 Stunden an. Das perfekte Angebot für Menschen, die schnell umsetzen wollen. Vielleicht bist du auch so ein Speedy?

Methode: Du hast eine besondere Arbeitsweise entwickelt, die sich bewährt hat? Nimm deine einzigartige Formel mit in deine Positionierung auf. Beispiel: Webdesignerin Jasmin Di Pardo hat ihre einzigartige R.O.C.K.I.T.®-Methode entwickelt.

Originalität: Verbinde 2 Dinge miteinander, die so kein anderer (oder nur sehr wenige) kombinieren. Zum Beispiel Copywriting mit Astrologie (wie Hannah Mang). Oder Eselwandern und Persönlichkeitscoaching („Frische Karotten statt alter Marotten“).

Deine Persönlichkeit: Welche persönliche Note bringst du mit rein? Was ist dir besonders wichtig? Bei mir sind es Spaß, Unterhaltung und Leidenschaft.

Formulierungshilfen für deine Positionierung:

  • Ich unterstütze [Zielgruppe] dabei, [ihr Ziel] zu erreichen, indem ich [Kern deines Angebots] tue.
  • Als [deine Jobbezeichung] unterstütze ich [Zielgruppe] dabei, [das Ergebnis] zu erreichen, ohne [bisheriges Hindernis].
  • Als [deine Jobbezeichung] unterstütze ich [Zielgruppe] dabei, [das Ergebnis] zu erreichen, damit sie [der tiefe emotionale Wunsch dahinter].

5. Mach Wow-Content, der berührt

Interessierte benötigen 8-12 Kontaktpunkte, bevor sie etwas kaufen (sagt die Statistik). Deswegen ist es wichtig, regelmäßig Content zu liefern. Über deine Inhalte festigst du deinen Expertenstatus, baust Stück für Stück Vertrauen auf und machst neugierig auf dein Angebot.

Shake it, baby – dein Kanalmix


Gerade am Anfang empfehle ich dir, deine Content-Strategie schlank zu halten und dich auf 2 Formate zu fokussieren: ein nachhaltiges Format (z.B. Blog, YouTube-Videos oder Podcast) plus ein Social-Media-Kanal (je nach Zielgruppe LinkedIn, Instagram, Tiktok, Threads oder andere).

On top wäre ein E-Mail-Newsletter oder Messenger-Newsletter ideal. Je früher du deine Liste aufbaust, umso besser.

Welche Inhalte funktionieren

Das Schöne am Selbstständigsein ist ja: Du bist Master of Everything. Du kannst posten, was du selbst gern lesen würdest – unmittelbar und ohne dich an verstaubte Unternehmensrichtlinien zu halten. Herzlichen Glückwunsch zu dieser Freiheit.

In deinem Content kannst du Fragen deiner Community beantworten, Anleitungen, Tipps und Übungen, aber auch Testimonials und Case Studys teilen. Serviere am besten Content-Snacks (1 Social-Media-Post = 1 Kernaussage) und vermeide Fachjargon.

Beim sogenannten Agenda-Setting setzt du selbst Themen, die dir wichtig sind. Ob’s um Kritik an der Coaching-Szene, Tierschutz, Herzgesundheit, New Work oder deine Leidenschaft fürs Laufen geht. Alles ist möglich. Gerade hier liegt viel Potenzial, um als Personal Brand be-merkenswert zu werden und Haltung zu zeigen.

Last but not least darfst du in deinem Content Persönlichkeit zeigen, so wie ich es auch in diesem Blogpost getan habe. Ich weiß, dass in vielen Berufsgruppen rund um Therapie, Coaching oder psychologische Beratung viel Wert auf professionelle Distanz gelegt wird. Aber ich weiß nicht, ob das noch zeitgemäß ist. Denn der Wind hat sich gedreht.

Es geht nicht mehr nur darum, deine Kompetenz unter Beweis zu stellen, sondern nahbar und vertrauenswürdig zu wirken. Es gibt genug Therapeut*innen, die super gebildet und erfahren sind, bei denen ich mich trotzdem nie auf die Couch setzen würde, weil die Chemie nicht stimmt und mir die Wärme fehlt.

Gib deinen Followern die Möglichkeit, dich auch als Mensch kennenzulernen. Wo du die Grenze zwischen persönlich und privat setzt, ist dir überlassen und meiner Erfahrung nach ohnehin ein längerer Prozess.

Kleiner Content-Impuls: Menschen lieben Geschichten. Nimm dir eine Stunde Zeit und schreibe Erlebnisse und Anekdoten aus deinem (Business-)Leben auf. Wenn sie Bezug zu deinem Angebot haben – Jackpot! Hier findest du außerdem 8 Content-Ideen, mit denen du Persönlichkeit zeigst.

6. Bau eine Community auf, die dir vertraut

Ein starkes Netzwerk ist Gold wert. Mein Toptipp: Leg deinen Fokus darauf, Menschen zu dienen und echte Beziehungen aufzubauen, die dir Spaß machen. Nur ein Netzwerk aufbauen, um den eigenen Vorteil und direkt zahlende Kund*innen zu finden, ist der falsche Ansatz.

Meine Kontakte sind für mich wahnsinnig wertvoll. Menschen, die ich übers Internet kennengelernt habe, sind zu tollen Kund*innen, Freund*innen und Business Buddys geworden. Je nach Thema weiß ich immer, wen ich um Rat fragen kann, auch wenn’s privat wird. Liebe geht raus (du weißt, wenn du gemeint bist)!

Bei mir gehören übrigens auch Mitbewerber*innen auf meine Kontaktliste. Als Copywriterin habe ich öfter Aufträge von anderen Textern vermittelt bekommen und auch andersherum öfter Anfragen an Kolleg*innen weitergeleitet. Wenn du eine einzigartige Positionierung und ein cooles Angebot hast, dann musst du dir keine Sorgen machen, dass die „Konkurrenz“ in deinen Gewässern fischt.

Wie du siehst, fasse ich den Community-Begriff sehr weit. Ja, da geht es nicht nur um potenzielle Kundschaft. Es geht auch darum, dich mit Gleichgesinnten zu verbinden, die dich pushen und unterstützen. Denn auch wenn du ein Einzelunternehmen hast, allein kommst du nicht weit. Ein afrikanisches Sprichwort sagt es noch besser: „Wenn du schnell gehen willst, geh allein. Wenn du weit gehen willst, geh mit anderen.“

Das alles kannst du tun, um deine Community aufzubauen:

  • dich auf LinkedIn vernetzen
  • Accounts auf Instagram folgen
  • Kommentare unter Beiträge von anderen setzen
  • Regelmäßige Community-Events veranstalten (z.B. Stammtisch vor Ort, Netzwerkevent via Zoom)
  • Veranstaltungen wie Messen oder Konferenzen besuchen
  • einer Business-Community beitreten
  • dich ehrenamtlich engagieren (ich bin z.B. aktive Mentorin bei MentorMe)
  • deine Newsletterliste aufbauen und wertvolle Inhalte teilen
  • Challenges durchführen (funktioniert meiner Erfahrung nach sehr gut)
  • Vorträge halten (am besten du gehst dafür aktiv mit 2-3 Themenvorschlägen auf Firmen oder Organisationen zu)
  • in Facebook-Gruppen aktiv sein
  • überall dort sichtbar werden, wo deine Wunschkund*innen sind

7. Mach immer weiter

Die erfolgreichsten Unternehmer*innen haben bestimmte Eigenschaften gemeinsam. Darunter ein unerschütterliches Durchhaltevermögen. Sie geben nicht beim kleinsten Ruckeln auf. Knicken bei Rückschlägen nicht sofort ein. Ihre Vision ist ihr Antrieb. Sie wissen, dass sie früher oder später die Früchte ihrer Arbeit ernten werden.

Dafür musst du dich übrigens nicht kaputt arbeiten. 60-80 Stunden die Woche für dein Ziel ackern? Kannst du machen, aber was kostet dich das wirklich? Meine These ist, dass zu viel Hustle deiner Personenmarke sogar schadet. Denn die lebt von deinen kreativen Ideen, deiner Energie und Ausstrahlung. Ich stell mir gerade vor, wie viel Frische und Charme ich bei 10-Stunden-Tagen so hätte – ohne Zeit für Sport, Hobbys, Lesen, Freund*innen.

Wahrscheinlich nada.

Extremer Hustle kann mal für ein paar Wochen gut gehen. Es ist aber nicht DAS Erfolgsrezept, sondern oft einfach nur ein Zeichen dafür, dass jemand schlecht organisiert ist oder nicht priorisieren kann. Ups, ich hab’s gesagt.

Die echte Magie liegt darin, dranzubleiben. In deinem Tempo. Du wirst überrascht sein, was passiert, wenn du einfach nur regelmäßig deine Aufgaben erledigst, ohne dich dafür an den Schreibtisch zu fesseln.

Bonustipp: Denke groß, aber plane kleiner (nur so bleibst du dran)

In meiner eigenen Planung setze ich auf Routinen und Regelmäßigkeit. Ich liebe Babysteps. Zwar finde ich, wir sollten uns alle mehr Ziele setzen, bei denen uns vor Größenwahn richtig schwindelig wird. Nur beim Umsetzen dürfen wir den Ball flach halten. Wenn du ein großes Projekt planst, breche es in so viele Teilaufgaben wie möglich runter. Die Wahrscheinlichkeit, dass du dranbleibst, ist viel höher, wenn du dich nicht überforderst.

Stell dir vor, du willst ein Buch schreiben. Klingt erst mal nach einer Riesenaufgabe. Aber wenn du nur eine Seite am Tag schreibst, dann hast du nach 6 Monaten ein 180-Seiten-starkes Manuskript fertig. Ein realistisches Ziel, oder? Klingt nicht mal nach einer besonderen Herausforderung, finde ich (ein Manuskript ist nur die Rohversion und muss nicht perfekt sein).

Hier eine Impulsfrage: Welche kleinen Aufgaben kannst du täglich oder wöchentlich erledigen, um dich als nahbare*n Expert*in zu etablieren und deiner Community im Kopf zu bleiben?

Teste aus und geh mit dem Flow

Deine Personal Brand ist nicht einmal fertig definiert, sondern wächst mit dir und deinen Fähigkeiten und Interessen mit. Bleib offen und neugierig. Überprüfe regelmäßig, woran du Freude hast und was sich deine Zielgruppe von dir wünscht. Je stärker du in deinem Flow bist und tust, wofür du brennst, umso mehr positive Vibes strahlst du aus. Dadurch ziehst du noch mehr Gleichgesinnte in deine Umlaufbahn und kannst noch mehr von dem weitergeben, wofür du angetreten bist.

Wenn mein Post dich auch nur einen Tick weiter dorthin gebracht hat, dann habe ich meine Agenda erfüllt.