Erfolgreich bloggen: 9 Fehler, die dich Leser*innen kosten

Was ist das größte Lob für einen Blogartikel? Wenn viele Blogbesucher*innen ihn lesen, kommentieren und in den sozialen Medien teilen. 

Nur was läuft schief, wenn die durchschnittliche Verweildauer auf deinem Blogpost nur einen Wimpernschlag lang ist? Wenn es zwar für den Klick reicht, aber deine Leser*innen schnell das Interesse verlieren?

Oft sind es inhaltliche oder formale Mängel, die dazu führen, dass deinen Blogbesucher*innen die Lust am Lesen vergeht – ganz egal wie gut dein Beitrag ist. Im Artikel erfährst du 9 beliebte Fehler beim Bloggen und wie du sie vermeidest, um dir so eine treue Leserschaft und langfristig einen erfolgreichen Blog aufzubauen. 

1. Das Thema des Blogbeitrags interessiert deine Zielgruppe nicht

Wenn du nach außen bestimmte Themenschwerpunkte kommunizierst, dann werden deine Blogbesucher*innen auch erwarten, dass du genau die lieferst. Ein Foodie oder Reiseblogger, der plötzlich über Aktiendepots oder Bitcoins bloggt, wird bei seinen Followern kaum auf Begeisterung stoßen. 

Die Kunst, spannende Blogthemen zu finden, liegt darin, empathisch zu sein. Schaue durch die Brille deiner Leser*innen: 

  • Wie sind ihre Lebensumstände?
  • Warum folgen sie dir in den sozialen Medien?
  • Was bewegt sie?
  • Welche Erwartungen hast du mit deinen Bloginhalten bisher geweckt? 

Falls du unsicher bist, ob ein bestimmtes Thema bei deiner Community auf Interesse stößt, teste es in den sozialen Medien. Veröffentliche einen Post auf Instagram, Facebook oder Twitter. Mache eine Umfrage. Die Reaktionen werden dir zeigen, ob es sich lohnt, einen Blogpost über dein Wunschthema zu schreiben.

2. Deinem Blogpost fehlt ein sinnvoller Aufbau

In der Schule und der Universität wird für Texte der simple Dreisprung Einleitung-Hauptteil-Schluss gelehrt. Die Struktur kannst du auch für den Aufbau deines Blogbeitrags nutzen. 

In der Einleitung weckst du das Interesse deiner Leser*innen, um dann kurz darzulegen, was sie erwartet. Ein Anfang ist dann gelungen, wenn er Lust macht, weiterzulesen. Zum Beispiel durch eine gewagte These oder eine kleine Geschichte. Damit ziehst du deine Leser*innen in den Text hinein.

Im Hauptteil erläuterst du deine Argumente. Konzentriere dich dabei auf deine Kernaussage und vermeide es, abzuschweifen. Denn Blogleser*innen sind ungeduldig.

Im Schlussteil kannst du ein Fazit ziehen und einen starken Call-to-Action (CTA), also eine Handlungsaufforderung, einbauen. Als gute*r Gastgeber*in verweist du hier zum Beispiel auf einen weiteren Blogartikel, sodass die Besucher*innen deiner Website noch länger auf deinem Blog bleiben.

3. Du verrätst deine Hauptargumente zu früh

Ein wichtiger Punkt, der bei der Strukturierung eines Blogartikels gerne vernachlässigt wird, ist die Reihenfolge der Argumente. Zwar werden Blogposts gerne gescannt und seltener komplett gelesen, trotzdem darf deine Argumentation einer Art Spannungskurve folgen. 

Halte deine Leser*innen ruhig ein bisschen hin. Denn wenn sie die relevanten Informationen bereits nach ein paar Sekunden bekommen, sinkt die Verweildauer auf deiner Seite. Warum sollten sie weiterlesen, wenn ihre Hauptfrage schon beantwortet wurde? Deshalb gehört das stärkste Argument nie an den Anfang der Argumentationskette. Gib deinen Blogbesucher*innen immer gute Gründe, um weiterzulesen. Wecke ihre Neugier. Überrasche sie. Sei geheimnisvoll.

4. Dein Blogartikel-Marketing weckt falsche Erwartungen

Griffige Headlines und knackige Beschreibungen sind nötig, um deine Blogartikel in den sozialen Medien und Suchmaschinen sichtbar zu machen. Allerdings ist der Grat zwischen Clickbait und wirksamem Blog-Marketing manchmal sehr schmal. 

Damit dir deine Leser*innen wohlgesonnen bleiben, solltest du leere Versprechen vermeiden. Das heißt, die Metadaten, die Headline und diversen Beschreibungen für Social Media sollten widerspiegeln, was potenzielle Leser*innen in deinem Blogbeitrag ungefähr erwartet.

Falls du die Erwartungen der Besucher*innen enttäuschst, werden sie schneller weg sein, als du brauchst, um Verweildauer auszusprechen. Das schadet deiner SEO und deinem Ruf als seriöse*r Blogger*in. Außerdem versäumst du die Chance, eine vertrauensvolle Beziehung zwischen dir und deinen Leser*innen aufzubauen.

5. Dein Blogartikel hat News-Charakter und funktioniert deshalb nur kurzfristig

Um erfolgreich zu bloggen, hilft es, Artikel zu schreiben, die über viele Jahre spannend und relevant bleiben. Diese Inhalte nennt man Evergreen-Content, weil sie eben nie verblühen. 

Tagesaktuelle Themen oder Informationen über neue Entwicklungen verlieren hingegen schnell ihren Glanz. Denn die Informationen sind auf lange Sicht entweder nicht mehr relevant (wie bei politischen Ereignissen) oder überholt. Wenn du willst, dass deine Blogartikel langfristig gut performen, schreibe über Themen, die heute und auch in 2 bis 3 Jahren noch interessant sind. 

6. Du schreibst zu kompliziert

In der Universität, in Ausbildung und Job lernen wir nicht unbedingt, uns verständlich auszudrücken. Im Gegenteil: Wir nutzen Sprache, um den eigenen sozialen Status und den Bildungsstand zu betonen. 

Als Blogger*in willst du aber nahbar sein, deine Leser*innen bewegen, informieren und ihnen im besten Fall aus der Seele sprechen. Erfolgreich bloggen heißt auch, verständlich zu schreiben. Versuche, kurze Sätze zu formulieren sowie locker und alltagsnah zu schreiben. Fachsprache solltest du nur dann einsetzen, wenn es sinnvoll ist und sie zu deiner Zielgruppe passt. 

Manchmal ist es als Verfasser*in schwierig, selbst einzuschätzen, welches Niveau der eigene Text hat. Dafür gibt es einige Tools für die Textüberprüfung, die dir helfen, deine Blogartikel leserfreundlicher zu gestalten. 

7. Deinem Blogbeitrag fehlt Persönlichkeit

Vielleicht versuchst du, ganz geschäftsmäßig alles Persönliche aus deinen Blogartikeln rauszuhalten. Die Angst, dich angreifbar zu machen, hält dich davon ab, unpopuläre Meinungen zu vertreten oder über die eigenen Fehler zu schreiben. Schließlich bist du Profi.

Aber so wie Google Unique Content liebt, lieben Blogleser*innen Inhalte mit Persönlichkeit. Dahinter steckt unser Ur-Bedürfnis, uns mit anderen Menschen zu verbinden. Wir fühlen uns zugehörig, wenn wir Gemeinsamkeiten entdecken.
Deshalb gilt: Wenn du treue Leserinnen und Leser für dich gewinnen willst, bring Persönlichkeit in deine Blogartikel. Erzähl deine Geschichte(n), teile, was dich selbst bewegt und motiviert, über deine Blogthemen zu schreiben. 

8. Der Blogbeitrag ist schlecht formatiert

Ob dein Blogartikel gelesen wird, hängt zu einem großen Teil davon ab, ob du ihn ansprechend formatierst.

Eine gelungene Formatierung erfüllt zwei wichtige Kriterien: Einmal sorgt sie dafür, dass ein Text leserlich, also mühelos wahrnehmbar ist. Zweitens motiviert sie den Leser, in deinen Artikel einzusteigen und dranzubleiben. Letztlich geht es dabei auch um das Leseerlebnis. 

Du kannst einiges tun, um deinen Blogpost leserfreundlich zu gestalten:

  1. Nutze Schriftarten, die gut lesbar sind. Wie wär’s mit Cambria, Georgia oder Helvetica? Außerdem solltest du auf deiner Seite nicht mehr als 2 bis 3 Schriftarten verwenden. Alles andere wirkt schnell überladen. 
  2. Verwende Absätze. Damit lockerst du einen langen Text auf und gibst den Leser*innen kurze Verschnaufpausen. Jeder Absatz sollte nur eine Kernaussage enthalten. 
  3. Kürze die Zeilenlänge auf maximal 70 Zeichen. Lange Zeilen wirken abschreckend. Außerdem verrutscht man beim Lesen schneller im Text. 
  4. Verwende genug Zwischenüberschriften, lieber mehr als weniger. Oft entscheiden deine Blogbesucher*innen beim Überfliegen der Headlines, ob der Artikel interessant für sie ist. 
  5. Hebe Kernaussagen mit Fettungen hervor. Auch das hilft deinen Leser*innen, sich einen Überblick zu verschaffen. 
  6. Nutze Listen. Das ist übersichtlich, gibt deinen Argumenten Struktur und wird außerdem auch von Google sehr gern gesehen. 
  7. Verwende Infoboxen, Infografiken, Bilder oder Illustrationen, um längere Textpassagen aufzubrechen.
  8. Kombiniere die Text- und Hintergrundfarbe sinnvoll. Schwarz auf weiß kann unser Gehirn beispielsweise besser verarbeiten als weiß auf schwarz. Wenn es auf deinem Blog farbenfroh zugeht, kannst du das Color Tool von Material Design nutzen. Das warnt dich, welche Farbkombinationen schlecht lesbar sind.

9. Du willst im Blogartikel dein Angebot verkaufen

Nichts wittern Leser*innen von heute mehr als einen Blogartikel, der unterschwellig Werbung für das Produkt des Betreibers macht. Wie das ankommt? Nicht gut. Denn deine Blogbesucher*innen möchten erst mal nichts kaufen, sie möchten etwas wissen. 

Deine Arbeit am Blog wird sich langfristig trotzdem auszahlen. Einerseits liegt das an der geschaffenen Transparenz und dem Vertrauen, das du langsam aufbaust. Andererseits greift das „Prinzip der Gegenseitigkeit“. Es beschreibt einen psychologischen Effekt, den du auslöst, indem du über einen längeren Zeitraum nützliches Expertenwissen zur Verfügung stellst. 

Je mehr du deinen Leser*innen weiterhilfst, umso größer wächst in ihnen der Wunsch, dir etwas zurückzugeben. Bei Bedarf und Gelegenheit werden so aus Fans und Followern zahlende Kunden. 

Fazit: Richtig bloggen geht nur noch mit Anspruch

Bloggen ist keine Raketenwissenschaft. Aber die Konkurrenz und das Niveau der Blogbeiträge steigen tagtäglich. Zudem sind Online-Leser*innen extrem ungeduldig und gut aufbereitete Blogbeiträge gewohnt. 

Wer erfolgreich bloggen und Leser*innen langfristig an sich binden will, muss die gestiegenen Ansprüche deswegen erfüllen. Dazu gehört auch und vor allem, die eigenen Texte an die Online-Lesegewohnheiten anzupassen. In diesem Sinne: Auf gutes Bloggen und zahlreiche zufriedene Leser*innen.

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